Freitag, 20. März 2009

Kinder und die Spinatlüge

Seit Generationen werden Kinder in ihrem Kindersitz festgehalten und mit Spinat gefüttert, der dann überall zu sein scheint, nur nicht im Kinderbauch. Was ist dran am Spinat und was sollten Kinder tatsächlich essen um groß und stark zu werden?

Spinatlüge. 1890 hat ein Schweizer Physiologe den Eisengehalt von Spinat berechnet und ihm einen Anteil von 35 mg zugeschrieben. Tatsächlich hat er den Wert auf getrockneten Spinat bezogen. Nachdem Spinat aber zu 90 Prozent aus Wasser besteht, liegt der tatsächliche Wert bei nur 3,5 mg pro 100 Gramm frischen Spinat. Das ist zwar immer noch ein relativ hoher Eisenanteil, aber bei weitem nicht dieser außergewöhnliche, der jahrzehntelang angenommen wurde. Spinat wird aber immer noch als das lebensnotwendige Gemüse für die Entwicklung von Kindern eingestuft.

Spinatfakten. Tatsächlich verfügt der Spinat – vor allem aber der frische Spinat der bei uns kaum verwendet wird – über einen durchschnittlichen Anteil an Eisen, Kalium, Calcium und Magnesium. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Spinat liegt in Deutschland bei 800 Gramm.

Kinderwille. Wir wollen für unsere Kinder nur das Beste, das steht außer Frage, aber das Spinatbeispiel zeigt, dass man so manche Ernährungstipps auch hinterfragen darf. Man sollte Kinder zwar dazu bringen alles auszuprobieren, aber dann auch respektieren, dass manche Kinder nun mal nicht alles essen mögen. Wer täglich versucht den Willen seiner Kinder zu brechen, wird langfristig das Selbstvertrauen seiner Kinder in ihr eigenes Urteilsvermögen unterbinden.

Lebensmittelallergien. Immer mehr Menschen entwickeln Allergien auf bestimmte Lebensmittel und Zusatzstoffe. Hautausschläge, Magen-Darm-Probleme und Kopfschmerzen sind die Folge. Bei Kindern ist das Verweigern bestimmter Lebensmitteln manchmal ein Zeichen für eine Lebensmittelallergie. Der Körper entwickelt eine Strategie und sagt unserem Gehirn, dass uns Lebensmittel die uns nicht gut tun, auch nicht schmecken, um sie erst gar nicht aufzunehmen.

Milchprodukte. Studien zeigen, dass ein Teil unserer Bevölkerung unter einer Laktoseintoleranz leidet. Das bedeutet, dass Milchprodukte nicht verdaut werden können und zu Bauchschmerzen und Durchfall führen. Der Körper scheidet die Inhaltstoffe von Milchprodukten ungenützt aus. Kinder entwickeln instinktiv ein Gespür für Lebensmittel die ihnen gut tun und jene die es nicht tun. Versuchen Sie daher zu beobachten, wie Kinder auf Nahrungsmittel reagieren. Es bringt nichts Kinder zum Milchtrinken zu animieren, wenn sie sie nicht verdauen können.
 

“Unsere Nahrungsmittel sollen Heilmittel,
und unsere Heilmittel Nahrungsmittel sein.”

Hippokrates