Montag, 13. Dezember 2010

Winterdepression – Wenn die dunkle Jahreszeit auf die Stimmung drückt

Im Winter sind die Tage kurz. Es wird spät hell, und wenn man von der Arbeit nach Hause geht ist es bereits stockdunkel. Auch tagsüber kann man oft kaum von Helligkeit sprechen. Der Nebel hängt zwischen den Häusern und liegt dicht über der Landschaft. In dieser Zeit verfallen viele Menschen in Trübsal und die sogenannte Winterdepression. Depression

Die Winterdepression ist eine saisonal abhängige Depression und kann in den Herbstmonaten beginnen und wird im Frühjahr nicht selten von einer leichten Hochstimmung abgelöst. Diese saisonal bedingte Depression ist seltener als andere Depressionsformen. Eine leichte Beeinträchtigung soll etwa jeder Vierte im Winter spüren. Von ausgeprägten Störungen sind zwischen 2 und 5 % betroffen. Frauen sind viermal so häufig betroffen wie Männer. Von einer Winterdepression spricht man jedoch erst dann, wenn eine depressive Verstimmung innerhalb von 5 Jahren in drei oder mehr Wintern auftritt.

Die typischen Symptome einer Winterdepression sind:

  • Gedrückte Stimmung
  • Energielosigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Unausgeglichenheit
  • Erhöhtes Schlafbedürfnis
  • Morgendliche Müdigkeit
  • Vermehrter Appetit und Heißhunger auf Süßes
  • Vernachlässigung sozialer Kontakte und der eigenen Person

Im Gegensatz dazu gehen andere Depressionsformen mit Appetitverlust, Gewichtsabnahme und Schlaflosigkeit einher.

Die Auslöser der Winterdepression sind die verminderte Lichtintensität im Winter gemeinsam mit kürzeren Tagen und abfallender Temperatur. Man geht davon aus, dass der Neurotransmitter Serotonin beteiligt ist. In lichtarmen Monaten wird zu wenig Serotonin ausgeschüttet, was zu Winterdepression führt. Fehlt dem Gehirn Serotonin, wird versucht den Mangel auszugleichen. Zucker und einige Inhaltsstoffe der Schokolade helfen den Gehirnzellen wieder mehr Serotonin zur Verfügung zu stellen. Daher kommt auch die unbändige Lust auf Süßes.

Der Zusammenhang zwischen Tageslicht und Stimmungslage wird folgendermaßen erklärt: Aufgrund einer Nervenverbindung der Netzhaut mit der Zirbeldrüse bekommt diese mit, dass zu wenig Tageslicht vorhanden ist. Sie reagiert mit der Ausschüttung von Melatonin. Dieses Hormon ist für die Aufrechterhaltung des Schlaf-Wach-Rhythmus verantwortlich. Durch die hohe Konzentration von Melatonin im Gehirn wird der Mensch müde, schlapp und schlecht gelaunt.

Um einer Winterdepression entgegenzuwirken, sollte man schon bei den ersten Anzeichen im Herbst aktiv dagegen wirken, wobei Bewegung und Licht die besten Antidepressiva darstellen. Wir geben Ihnen sieben Tipps um sich vor einem massiven Stimmungsabfall zu schützen.

  1. Bewegen Sie sich tagsüber mindestens 1 Stunde bei Tageslicht im Freien. Gehen Sie auch bei schlechtem Wetter hinaus, denn selbst ein bedeckter Himmel weist mehr Helligkeit auf als jedes künstliche Licht. Die Bewegung bringt die Psyche und den Stoffwechsel auf Trab. Der Serotonin-Spiegel im Gehirn steigt gleichzeitig mit der Stimmung. Am besten sind jedoch einige Tage im Schnee oder in der Sonne am Meer.
  2. Wer sehr stark unter Winterdepression leidet, kann sich einer Lichttherapie mit Tageslicht-Vollspektrumlampen mit einer Intensität von 2.500 Lux unterziehen. Die Betroffenen müssen sich dabei täglich möglichst früh am morgen für mindestens eine Stunde vor diese spezielle Lampe setzen. Bei 60 bis 70 Prozent der Betroffenen reicht eine Woche Lichttherapie um die Winterdepression zu vertreiben.
  3. Achten Sie auf eine kalorienarme Kost mit viel frischem Obst und Gemüse. Essen Sie nicht zu viel, aber gönnen Sie sich hin und wieder ein Stückchen Schokolade. So steigen der Serotonin-Spiegel und die Stimmung. Außerdem hat Johanniskraut eine antidepressive Wirkung.
  4. Umgeben Sie sich mit frischen und lebhaften Farben, die das Sonnenlicht nachahmen. Orange-, Gelb- und Rottöne bei Kissenbezügen, Tischdecken oder in einem Blumenstrauß sind eine Streicheleinheit für die Seele.
  5. Düfte hellen ebenfalls die Stimmung auf. Bergamotte- und Jasminöl rufen Erinnerungen und Bilder an den Sommer hervor.
  6. Wenn Sie gerne tanzen und singen, dann nutzen Sie flotte Musik um die Stimmung zu heben. Jede Bewegung ist depressionsmindernd.
  7. Zu guter letzt spielt die Einstellung eine wichtige Rolle. Lassen Sie zu Beginn der dunklen Jahreszeit gar keine trübsinnigen Gedanken aufkommen. Sorgen Sie für positive und aufmunternde Gedanken.

Jeder Winter geht vorbei - auch dieser!