Sonntag, 21. Juli 2013

Reagiert der Mensch tatsächlich auf Vollmond?

Viele sagen, der (Voll-)Mond habe keinerlei Wirkung auf den Menschen. Wer allerdings einmal das bemerkenswerte Spiel von Ebbe und Flut, das zu einem großen Teil auf den Mond (und die Fliehkraft der Erde) zurückzuführen ist, aufmerksam beobachtet hat – und allein nur daran denkt, dass der Körper zu über 70 Prozent aus Wasser besteht, stellt den Einfluss des Mondes auf den Körper nicht völlig in Frage… Wobei: Viele Wissenschaftler weigern sich vehement, einen Einfluss des Mondes auf den Menschen anzuerkennen und meinen verächtlich: Alles Humbug!“

Viele kennen das Szenario: Die Wirtin stöhnt über ihre Gäste, die bis zwei Uhr früh keinerlei Müdigkeit verspüren und ein Glas nach dem anderen kippen. „Es ist halt wieder einmal Vollmond“, stellt sie aufgrund ihrer jahrzehntelangen Erfahrung fest, „wenn das weiße Riesenlampion  die ganze Sommernacht lang am Himmel hängt, sind die Leute gerne unterwegs, vergessen die Zeit, reden angeregt miteinander, streiten sich… Besonders intensiv ist es meist zwei Tage vor Vollmond.“

„Es gibt nichts, was diese angebliche Wirkung des (Voll-)Mondes objektiv belegen könnte“, kontern viele Wissenschaftler, „Vollmond verursacht weder mehr Aggressionen noch mehr Autounfälle noch mehr Schlaflosigkeit oder vermehrter Alkoholkonsum. Gar nichts. Alles Humbug!“ Einer davon ist Josef Fried vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. „Wir kennen zwei Einflüsse des Mondes: seine Gravitation, die sich in den Gezeiten der Ozeane bemerkbar macht, sowie sein Licht. Die Stärke beider Effekte lässt sich leicht berechnen“, ist der Astronomie-Professor überzeugt. „Einflüsse auf den Menschen sind dabei aber nicht auszumachen.“

Nicht einmal den Schlaf störe der Vollmond wirklich, sagen Forscher, auch wenn er direkt auf das Bett scheint. „Mit 0,2 Lux ist seine Lichtstärke zu gering, um auf den Menschen eine biologische Wirkung zu haben“, urteilt Jürgen Zulley vom Schlafmedizinischen Zentrum an der Universität Regensburg. Dazu müsse er schon einige Hundert Mal heller scheinen.

Die Polizei vieler Länder dagegen erteilt in den Vollmondnächten oft Urlaubssperren für die Beamten, weil ihrer Erfahrung nach zu dieser Zeit mehr Gewaltverbrechen stattfinden. Sie tut dies, nachdem sie die Vorfälle über ein Jahr lang dokumentiert und mit dem Mondzyklus verglichen hat. Das ist im südenglischen Seebad Brighton so oder bei der Schutzpolizei in Ludwigshafen…

Wer hat Recht?

Das Beste ist: Beobachten Sie selbst, spüren Sie in sich hinein und werden Sie Ihr/e eigene/r Expert/e/in in Bezug darauf, was Ihnen zuträglich ist und was Sie besser unterlassen sollten. Niemand außer Ihnen selbst kann das für Sie herausfinden. Vollmond und Neumond eignen sich sehr gut dafür – und wenn Sie merken, dass auch Sie zu Vollmond gern bis frühmorgens unterwegs sind, seien Sie sich Ihres Verhaltens bewusst. Meiden Sie Streitereien und lassen Sie z. B. das Auto zuhause stehen!