Dienstag, 22. Juli 2014

Milchprodukte trotz Laktoseintoleranz genießen – so geht’s!

Milchzucker-Unverträglichkeit, wie die Laktoseintoleranz auch genannt wird, ist kein Einzelphänomen mehr: Man nimmt an, dass in Europa rund 15 Prozent der Menschen darunter leiden. Die Folge: Milchprodukte und Produkte, in denen Milchzucker drin steckt (darunter z. B. Wurst. Brot, Schokolade oder auch Medikamente), lösen bei den Betroffenen Übelkeit, Erbrechen, Koliken, Durchfall, Blähungen und noch schlimmere Symptome wie Müdigkeit, Schlafstörungen oder Schwindel aus. Es gibt aber Präparate, mit welchen man die Laktoseintoleranz umgehen kann…

Wer an einer Laktoseintoleranz leidet, bei dem ist das Enzym Laktase nur unzureichend oder gar nicht vorhanden. Die meisten erwachsenen Asiaten oder Afrikaner z. B. vertragen keine Milch(produkte), weil sie eben dieses spezielle Enzym nach der Kindheit vollständig abgebaut haben. Wird trotzdem Milch gegessen, gelangt die Laktose ungespalten in den Dickdarm und wird dort vergoren. Das Ergebnis: Viel Gas und damit ein hoher Druck im Darm. Wird das Problem nicht erkannt (es gibt verschiedenste Tests, die der Arzt durchführen kann), können die Darmschleimhäute dauerhaft geschädigt werden!

Viele lieben Milch und Milchprodukte trotzdem inniglich und leiden unter dem Verzicht – der heutzutage auch nicht mehr so streng eingehalten werden muss, da es Laktase zum Schlucken gibt. Bei Personen mit Problemen wird dadurch die Verdauung von Laktose verbessert. Das funktioniert so: Enthält eine Mahlzeit Laktose, nimmt man eine Kapsel unzerkaut mit etwas Wasser dazu. Je nach Präparat wird damit eine bestimmte Menge an Laktose direkt im Magen gespalten und damit zu einem hohen Prozentsatz unschädlich gemacht.

Abgesehen von einer wirklichen Intoleranz, die bleibt, gibt es übrigens auch eine Unverträglichkeit, Milch(produkten) gegenüber. Lebensmittel mit geringem Laktosegehalt wie z. B. Bitterschokolade, Mozzarella oder auch Butter werden in diesem Fall meistens vertragen, sofern sie nicht allzu häufig gegessen werden. Die Unverträglichkeit kann auch wieder abklingen bzw. nachlassen.

Wer allerdings tatsächlich an einer Intoleranz leidet, für den heißt es: Milch ade! Was heutzutage gar nicht mehr so tragisch ist, gibt es doch jede Menge alternativer Lebensmittel. Es ist jedoch ein Märchen, dass nur Kuhmilch Laktose enthält – jede Milch von einem Säugetier – auch Schaf-, Ziegen- oder Kamelmilch – enthält die Substanz, Pferdemilch sogar in ganz schönem Ausmaß. Am meisten Laktose enthält übrigens nicht die Milch an sich, sondern z. B. Magermilchpulver oder Molkenpulver (bis zu 60 Gramm pro 100 Gramm!). Das heißt es dann in jedem Fall zu meiden, da können auch die besten Laktase-Präparate zum Dazu-Schlucken nichts mehr bewirken!