Pandemie der Inaktivität

Mittwoch, 31. August 2016

Pandemie der Inaktivität

Sitzen wird heute oft als das neue “Rauchen” bezeichnet. Aber stimmt das? Ist körperliche Inaktivität wirklich so schädlich?

Vor kurzem wurden die Ergebnisse einer neuen Metastudie veröffentlicht. Dabei analysierten ForscherInnen die Ergebnisse von 16 Einzelstudien mit Daten von insgesamt einer Million Menschen. Die Ergebnisse sind ernüchternd.

Die schädlichen Auswirkungen von Bewegungsmangel

Demnach ist körperliche Inaktivität, wie z. B. langes Sitzen, ähnlich gesundheitsschädlich wie Rauchen. Es verkürzt die Lebenszeit, weil durch zu wenig Bewegung das Risiko für Diabetes, einige Krebsarten und Herzerkrankungen steigt.

Inaktivität nimmt zu

Bewegungsmangel ist weltweit auf dem Vormarsch. Statistisch betrachtet verbringen wir schon heute 50-70 % eines Tages in sitzender Position. Tendenz steigend.

Das ist nicht wirklich verwunderlich. In Zeiten der zunehmenden Automatisierung gibt es immer weniger Jobs, bei denen körperlich gearbeitet wird, und immer mehr, die durch sitzene Tätigkeiten geprägt sind. Das abendliche Fernsehprogramm und fehlende Sportbegeisterung tun ihr Übriges. Kein Wunder, dass Rückenschmerzen heute eine der häufigsten Ursachen für Krankenstände sind.

WHO-Empfehlung zu wenig?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, sich pro Woche zweieinhalb Stunden zu bewegen. Dadurch sollten sich die negativen Auswirkungen eines sitzenden Lebensstils teilweise ausgleichen. Doch reicht das wirklich? Eine neue Studie kommt zu anderen Ergebnissen. Sie zeigt, dass zweieinhalb Stunden pro Woche zu wenig sind. Empfohlen wird darin eine Stunde Bewegung täglich. Dadurch könnten die negativen Auswirkungen von acht Stunden sitzen pro Tag ausgeglichen werden.

Bewegung ist nicht Sport

All jene, die jetzt aufschreien, weil sie keine Zeit für eine Stunde Sport täglich haben, können beruhigt sein. Es geht um Bewegung, also nicht zwangsweise um Sport. Unter Bewegung fallen auch Aktivitäten wie rasches Gehen, Gartenarbeit oder Radfahren. Es reicht also, bewusst so oft wie möglich Bewegung in den Alltag zu integrieren. Gehen Sie in der Mittagspause spazieren, verzichten Sie auf den Lift und gehen Sie zu Fuß oder fahren Sie einfach mit dem Rad zur Arbeit statt mit der Straßenbahn. Möglichkeiten, sich zu bewegen, gibt es viele. Nutzt man sie, ist eine Stunde Bewegung pro Tag keine Hexerei. Schließlich summieren sich auch Kleinigkeiten mit der Zeit.

In diesem Sinne, bewegen Sie sich bewusst und bleiben Sie gesund.