Montag, 23. November 2009

Wenn Stress krank macht - Der Weg zu einer gesunden Work-Life-Balance

Der heutige Arbeitsalltag mit seinem hohen Tempo, den Anforderungen an Flexibilität und sozialen Fähigkeiten und mit seiner wachsenden Arbeitsdichte kann sowohl bei Arbeitern als auch bei Angestellten und Führungskräften Stress erzeugen. Zusätzlich dürfen die Bedürfnisse der Familie und den Freunde gegenüber nicht zu kurz kommen. Wir merken immer öfter, dass die Tage viel zu kurz sind um alles unter einen Hut zu bringen. Balance

Die Reaktion des Körpers auf Stress ist an sich nicht negativ. Es ist der Versuch des Körpers, sich auf verschiedene Arten von Belastung einzustellen. Es werden Stresshormone im Köper ausgestoßen, die verschiedene körperliche Reaktionen hervorrufen, die als angenehm und leistungssteigernd erlebt werden können. Dieser positiv erlebte und verarbeitete Stress wird Eustress genannt.

Disstress hingegen ist schädlicher und krankmachender Stress. Er beginnt unterschiedlich und hängt mit dem subjektiven Empfinden zusammen. Menschen leiden also erst dann unter Stress, wenn zwischen den Anforderungen, die an sie gestellt werden, und den Mitteln, die sie zur Bewältigung der Anforderungen zur Verfügung haben, ein Ungleichgewicht besteht.

Zu einem Risiko für die Gesundheit wird Stress, wenn er über einen längeren Zeitraum anhält und zu seelischer und physischer Erschöpfung führt. Die ersten Anzeichen sind Reizbarkeit, schnelle Kränkungen und Konzentrationsstörungen. Die Folgen können Infekte, Depressionen, Tinnitus, Herzinfarkt oder Schlaganfall sein.

Damit es nicht so weit kommt sollte man sich Zeit zum Reflektieren nehmen und einen Weg finden, der eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Freizeit ermöglicht. Der Begriff Work-Life-Balance hat sich in den letzten Jahren zu einem Modewort entwickelt. Als Work-Life-Balance bezeichnet man die Abgrenzung, Koordination und Integration verschiedener Lebensbereiche. Es geht dabei darum, sich bewusst zu werden, was wirklich wichtig ist.

Work-Life-Balance setzt sich aus vier Bereichen zusammen:

Arbeit: Normalerweise ist das die zeitintensivste Komponente. Hier stehen die Leistung und der Wunsch nach Erfolg im Vordergrund.

Gesundheit: Dieser Bereich umfasst die körperliche und seelische Gesundheit, Fitness, Ernährung, Erholung und Entspannung. Druck und Stress macht langfristig krank und führt zur Leistungsreduktion und einer Verschlechterung der Arbeitsqualität.

Beziehung: Dazu zählt die Pflege der eigenen Familie, der Freunde und sozialer Kontakte. Kommt dieser Bereich zu kurz führt das zur Isolation und einem veränderten Kommunikations- und Konfliktverhalten. Gereiztheit, Zynismus und Einigelung sind typische Anzeichen für eine Vernachlässigung dieses Bereichs.

Sinn und Werte: Die Frage nach Sinn und Werten wird durch ein Übermaß an Ablenkungsmöglichkeiten immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Bei Überforderung und Frustration rückt diese Komponente wieder in den Vordergrund. Man stellt sich die Frage: Weshalb tue ich mir das überhaupt an? Was ist aus meinen Träumen geworden? Was soll das Ganze eigentlich?

Wie schon erwähnt nimmt normalerweise die Arbeit mit 60 - 80 Prozent der aktiven Zeit den größten Anteil ein. Wichtig ist, dass ein genügend großer Zeitanteil für die anderen Bereiche übrig bleibt. Dass nicht die gesamte aktive Zeit und damit auch die gesamte Energie, die wir zur Verfügung haben für Arbeit beansprucht wird. Wenn man das schafft befinden sich die vier Elemente in einem Gleichgewicht.

Entsteht für kurze Zeit ein Ungleichgewicht, so bewirkt dies keine Schäden. Problematisch wird es, wenn eine Komponente über einen größeren Zeitraum vernachlässigt wird. Dann muss man etwas an seiner persönlichen Situation so schnell wie möglich ändern und zu mehr Gelassenheit und weniger Stress finden.

“Unsere Nahrungsmittel sollen Heilmittel,
und unsere Heilmittel Nahrungsmittel sein.”

Hippokrates