Mittwoch, 12. Juni 2013

Was Burnout wirklich brandgefährlich macht

„Wenn sich jemand ausgebrannt fühlt, dann soll er doch einfach eine Auszeit nehmen, um sich zu erholen“, denken sich viele, die noch keine Erfahrungen mit dem immer häufiger auftretenden, medizinischen Syndrom gemacht haben. Funktioniert aber leider nicht. Die psychosomatischen Zustände bei der totalen körperlichen wie emotionalen Erschöpfung haben nämlich eine neurochemische Entsprechung – und das ist es, was ein Burnout wirklich brandgefährlich macht!

Die einfachste Beschreibung von Burnout ist: Alleszuviel. Job, Familie, Freunde, Sport, Hobbys, ja sogar Essen und Trinken werden zur Last. Der Appetit ist gestört, man ist 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche erschöpft. Magen und Darm sind gereizt, man kann nicht schlafen, hat häufig Infekte, Blutdruck und Blutzucker steigen, man ist schmerzhaft verspannt und ständig unruhig und gereizt.

Damit Körper und Geist funktionieren, bedarf es des Zusammenspiels von – einfach gesagt – „Botenstoffen“, die an den Schaltzentralen der Nerven entweder als „Bremser“ oder als Beschleuniger wirken. Adrenalin gehört zur letzteren Gruppe und ist als Stresshormon dafür bekannt, dass unser Puls beschleunigt, das Herz schneller schlägt und wir – wie der Neandertaler, der vor einem Riesendinosaurus weglaufen musste und dafür plötzlich viel Energie benötigte – in höchster Alarm- und Handlungsbereitschaft sind. Wer dagegen vom Serotoninspiegel spricht, denkt z. B. an Glücksgefühle.

Zu den „Gasgebern“ gehören auch Cortisol, Dopamin und Noradrenalin. Und zu den Beruhigern zählen Melatonin, GABA, DHEA und z. B. Tryptophan.

Zurück zum Burnout: In der totalen Erschöpfung werden fast alle „Beruhiger“, die für Regeneration und Ruhe – inklusive der Ermöglichung von Schlaf – regelrecht geplündert. Vor allem Serotonin, die Vorstufe zur Bildung von Melatonin, dem Einschlafhormon, wird extreme Mangelware. Gleichzeitig befindet sich der Körper, dank der übermäßigen Anregung der Beschleuniger, im Dauerstress. Das macht den Körper weiter kaputt und krank.

Im Klartext bedeutet dies: Erholung und Regeneration sind aufgrund der fehlenden Botenstoffe an den nervlichen Schaltzentralen unmöglich. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Betroffene körperlich und seelisch zusammenbricht.

Es macht daher viel Sinn, die ersten Anzeichen eines beginnenden Burnouts nicht zu ignorieren und etwas dagegen zu unternehmen. Denn ist die Krankheit voll ausgebrochen, kann es Jahre dauern, bis der Mensch wieder zu seiner ursprünglichen Gesundheit und Lebensfreude zurück findet!