Sonntag, 14. September 2008

Männer wollen (n)immer…

 Eine neue deutsche Sex-Studie offenbart eine traurige Wahrheit: Immer öfter führt die Lustlosigkeit Regie zwischen den Laken. Und immer mehr Männer zeigen ihrer Partnerin die kalte Schulter. Schuld ist angeblich der Stress. Und zu viele weibliche Hormone bei den Männern.
Er ist nicht der Dr. Sommer aus den BRAVO-Heften, heißt aber dennoch so: Professor Frank Sommer vom Institut für Männergesundheit der Hamburger Uniklinik hat auch einen ähnlichen Job. Er ist Experte für männliche Sexualstörungen. Und klemmte sich hinter die Frage, welche sexuellen Vorlieben Männer heute haben. Er verschickte Fragebögen an 10.000 Männer - und fand so heraus, dass in deutschen Betten nicht mehr viel los ist. Schuld daran sollen neben Stress auch zu viele weibliche Hormone bei den Männern sein.
Die Fakten
• Während es bei den 18- bis 30-Jährigen früher fast keinen Tag ohne Sex gab, scheint er heute eher die Ausnahme zu sein. "Wie oft haben Sie Sex?" Diese Frage wurde in einer Studie vor 30 Jahren mit 22- bis 28-mal pro Monat beantwortet, heute passiert es nach Angaben der befragten Männer nicht einmal mehr halb so oft: nämlich nur noch vier- bis zehnmal im Monat.
• Noch weniger Sex haben die Männer zwischen 31 und 40 Jahren: drei- bis sechs Mal pro Monat ist mittlerweile normal.
• Eine heiße Nummer gibt es auch bei den 41- bis 50-Jährigen nicht mehr oft: Sie begnügen sich mit zwei- bis dreimal im Monat.
• Viel weniger geht nicht? Durchaus: 51- bis 60-Jährigen haben maximal zweimal Sex - immerhin im Monat und nicht im Jahr.

Die Gründe:
• Karrierehoch und Sextief haben nach Ansicht des Mediziners Sommer einiges miteinander zu tun: Der hohe Leistungsdruck im Job sei mit Schuld an der Flaute im Bett. "Es gibt soziologische Studien, die aussagen, dass der Mensch heute im Job die dreifache Leistung von dem bringen soll, die er vor zehn Jahren gebracht hat", sagt Sommer. Am Abend sei die Energie da einfach aufgebraucht.
• Männerbäuche sind Lustkiller. Nicht etwa, weil sie unsexy aussehen, sondern, weil im Bauchfett das männliche Testosteron in weibliche Östrogene umgewandelt wird - und die sind beim Mann alles andere als lustfördernd (im Gegensatz zum weiblichen Organismus). "Das Ungleichgewicht der Hormone wirkt sich negativ auf Antrieb, Leistungsstärke und Libido aus", erklärt Sommer. Besonders Bier schwächt die Potenz, denn in dem Hopfengebräu sind oft zusätzliche Phytoöstrogene enthalten, die vom Körper in aktiv wirksame Östrogene umgewandelt werden.

“Unsere Nahrungsmittel sollen Heilmittel,
und unsere Heilmittel Nahrungsmittel sein.”

Hippokrates