Montag, 27. Oktober 2014

Was, bitteschön, tut eigentlich das Lymphsystem?

Dass in unseren Körpern Blut kreist und vom Herzen bis in das letzte Äderchen gepumpt wird, ist allgemein bekannt. Kaum jemandem ist jedoch bewusst, dass wir auch über ein zweites „Flüssigkeitssystem" verfügen: Das Lymphsystem arbeitet meist im Verborgenen. Aber: Was genau tut es?

Auf das Lymphsystem werden wir nur aufmerksam, wenn die Knoten dank einer Entzündung plötzlich schmerzhaft geschwollen sind: Am Hals, unter den Achseln, in der Leistengegend oder in den Kniekehlen… Oder wenn nach einer schweren Operation die speziell ausgebildete Masseurin kommt und eine Lymphdrainage durchführt, um das System sanft anzuregen.

Offiziell entdeckt wurde das Lymphsystem von Hippokrates im 5. Jahrhundert. Die Naturheilkunde betrachtet es als wichtiges Ausleitorgan, zu dem auch Milz und Thymusdrüse zählen. Nicht nur die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) unterstützt es mit sanfter Massage und speziellen Kräutern. Auch die Homöopathie und die Naturheilkunde halten regulierende Mittel und Heilpflanzen bereit. Manche nennen die Lymphflüssigkeit übrigens auch „Blutmilch“.

Aber alles der Reihe nach: Das Lymphsystem ist also vor allem damit beschäftigt, Ungünstiges wie Gifte, zu viel Flüssigkeit, Fett und Schlacken aufzunehmen und abzutransportieren. Und zwar von Stellen zwischen den Zellen im Körper, die vom Blutkreislauf nicht mehr direkt versorgt bzw. erreicht werden. Dort öffnen sich winzige Äderchen und nehmen ungünstige und unbrauchbare Stoffe auf, leiten diese über Lymphbahnen und Lymphknoten-„Filter“ weiter … bis die großen Lymphgefäße schließlich im Bereich des oberen Brustkorbs in das Venensystem und damit in den Blutkreislauf münden.
Dieses Lymphsystem kann aber auch verstopfen, was viele Arten von Erkrankungen nach sich ziehen kann, darunter Schwellungen und Entzündungen aller Art, aber auch nervliche und emotionale Probleme.

Was liegt näher, als das Lymphsystem regelmäßig zu stimulieren und zu reinigen? – In der Naturheilkunde werden dafür folgende Maßnahmen angewandt: Schröpfen, Blutegel, diverse Pflaster und Heilpflanzen wie eine Kräutermischung nach Paracelsus oder Tinkturen aus Rosskastanie.

Um speziell die Milz, die oft auch „vergessenes“ Organ oder „Stiefkind der Medizin“ genannt wird, zu unterstützen, empfehlen sich Heilpflanzen, die auch die Leber unterstützen und allgemein der Entgiftung dienen: Brennnessel (z. B. als spagyrische Essenz), Gundelrebe, Odermennig oder Wegwarte.