Dienstag, 11. September 2012

Volkskrankheit Osteoporose

Der chronische Knochenschwund greift um sich – wie eine Epidemie. Voraussagen berechnen eine enorme Zunahme von Hüft- und Schenkelhalsfrakturen, Wirbelbrüchen etc. Dabei führen Osteoporose-bedingte Frakturen zu Immobilität und Pflegebedürftigkeit, zu Schmerzen und verminderter Lebensqualität.

Laut Statistik Austria leiden derzeit etwa 600.000 bis 700.000 Österreicher an dieser Krankheit oder haben ein hohes Osteoporose-Risiko, wobei vor allem ältere Personen betroffen sind und das Verhältnis der Erkrankungen bei Männern zu Frauen bei ca. 1 : 3 liegt. Für Deutschland schätzt man mit aktuell vier bis sieben Millionen Betroffenen, in der Schweiz werden ähnliche Betroffenheitsraten diskutiert, die Osteoporose steht bereits an siebenter Stelle aller chronischen Erkrankungen. Tendenz: Überall steigend.

Was ist Osteoporose und wie erkennt man sie? – Osteoporose (Osteo = griechisch für Knochen und Poro = Loch) bezeichnet eine Erkrankung des Knochens, die mit einer Verringerung der Knochenmasse und einer porösen Knochenstruktur bzw. einer Abnahme der Knochendichte einhergeht (Bestätigung findet man in der so genannten Knochendichtemessung). Dies macht den Knochen anfällig für Brüche. Dabei merken die Betroffenen anfangs gar nichts von ihrer Erkrankung, Osteoporose gilt als „stumme Krankheit“. Ein erster Hinweis können ein Rückgang der Körpergröße sowie die Ausbildung eines Rundrückens sein – Achtung, der Knochen regeneriert sich nicht mehr wie üblich und verliert an Festigkeit!

Die Ursachen dafür sind vielfältig: Bewegungsmangel, ungesunde Lebensführung mit viel Rauch und Alkohol (Kalziumräuber!), erblich bedingte Neigung, Untergewicht, anhaltender Vitamin- und Calciummangel, der Rückgang der Östrogene nach der Menopause bei der Frau, zu wenig Testosteron beim älteren Mann, Medikamente wie Cortison, das als wahrer Knochenkiller gilt… 

Was kann man dagegen tun? –  Hat der Körper erst einmal Knochenmasse verloren, ist ein Wiederaufbau schwierig, aber mit der geeigneten Medikation und viel Bewegung nicht unmöglich. Um Osteoporose vorzubeugen, muss man viel kalziumreiche Nahrung zu sich nehmen und sich viel bewegen. Oder manche Dinge eben NICHT zu sich nehmen!
Es existieren mittlerweile einige ernstzunehmende Studien, die stark phosphathaltiger und säurebildender Ernährung die Schuld an der fast epidemieartigen Zunahme der Erkrankungen geben: Manche Limonaden, Fast Food, Süßigkeiten, Schmelzkäse… behindern angeblich die Kalziumaufnahme in die Knochen.

Apropos Osteoporose-Vorbeugung durch ausgewählte Lebensmittelzufuhr: Wichtige Kalziumlieferanten sind Milch und Milchprodukte, Haselnüsse sowie Spinat und Broccoli. Für Personen, die an Laktose-Unverträglichkeit leiden, eignet sich Hartkäse besonders gut, da dieser eine hervorragende nahezu laktosefreie Kalziumquelle darstellt. Der Speisenplan sollte auch reich an Vitamin D sein, das sich in Champignons, Fisch und Kalbfleisch findet (oder bei einem schönen Sonnenbad bildet). Dieses Vitamin ist dazu notwendig, dass Kalzium überhaupt in den Knochen aufgenommen werden kann, und verbessert die Koordination zwischen Nerven und Muskeln, sodass Stürze vermindert werden. Auch die Einnahme von Schüsslersalzen kann unterstützend wirken.

“Unsere Nahrungsmittel sollen Heilmittel,
und unsere Heilmittel Nahrungsmittel sein.”

Hippokrates