Montag, 10. September 2012

Kein Leben ohne Magnesium!

Der berühmte Wadenkrampf beim Aufwachen, ununterbrochenes Stressgefühl, Gereiztheit, Ängste, Herzjagen, Kribbeln oder Taubheit in den Gliedern, ständige Schlappheit, ein müder Teint, brüchige Nägel, stumpfes Haar, Entzündungen… und am liebsten unendlich lange schlaaaafen wollen! Das alles deutet darauf hin, dass Magnesium ein selten gesehener Gast in unserem Körper ist – aber damit ist man in Europa in guter Gesellschaft!

Dabei ist Magnesium essentiell für jede Zelle, jedes Gewebe, jedes Organ und jedes Lebewesen – ca. 300 verschiedene Stoffwechselkatalysatoren, die Stabilisierung von Membranen, Eiweißen und Nukleinsäuren, die Erregungsleitung an Nerven- und Muskelzellen, die kontrollierte Freisetzung von bestimmten Hormonen und Transmittern, ja sogar die Knochenfestigkeit sind von einer ausreichenden Versorgung mit Magnesium abhängig. Der Mineralstoff aus der Erdkruste ist für das Leben unabdingbar und muss dem Körper zugeführt werden, da er es nicht selbst herstellen kann.

Ausgelaugte Böden, der deshalb nötige starke Kunstdüngereinsatz, industriell erzeugte Lebensmittel und unausgewogene Ernährung sind mit daran schuld, dass die Nahrung nicht mehr genug Magnesium enthält und so die meisten Menschen in Europa und den USA an Mangel leiden. Auch Sportler, die viel schwitzen, oder Menschen, die eine Diät machen, an Durchfall leiden oder zu viel Alkohol trinken, haben häufig einen erhöhten Magnesiumbedarf.

Der empfohlene tägliche Bedarf liegt für Erwachsene zwischen 200 und 1200 mg pro Tag, da sind sich die Experten extrem uneins. Ebenso darüber, in welcher Form man das Magnesium zu sich nehmen soll.

  • Eine einfache, aber durchaus effiziente Methode können Schüsslersalze darstellen: Sie füllen die Magnesiumreserven des Körpers langsam, aber stetig wieder auf. Kenner der Salze behaupten, dass der Spiegel erreicht ist, wenn man anfängt, die Einnahme der kleinen Tabletten zu vergessen.
  • Wer glaubt, dass das „Hokuspokus“ sei und lieber „handfeste“, schneller wirkende Präparate zu sich nimmt, steht vor der Qual der Wahl: Welche Art von Magnesium soll man zu sich nehmen?

Die Verträglichkeit der genannten verschiedenen, meist rezeptfreien Magnesium-Arzneimittel ist individuell unterschiedlich. Man muss das für sich geeignete Präparat selbst herausfinden. Das betrifft sowohl den Geschmack des Mittels (bei auflösbarem Pulver), als auch die Verbindung:

  • Magnesiumcarbonat hat den Vorteil, dass durch das Carbonat-Anion gleichzeitig überschüssige Magensäure gebunden wird. Der Nachteil: Es wird durch den Darm möglicherweise nicht ganz so schnell aufgenommen.
  • Magnesiumpräparate mit organischen Säuren wie z. B. Aspartat (Fa. Verla), Citrat (Fa. Protina), Succinat oder Orotat (Fa. Wörwag) funktionieren angeblich schneller. Sofern der Speicher nicht ganz entleert ist, kann man schon innerhalb von ein bis drei Stunden mit einer Wirkung rechnen (Krampf weg und mehr Gelassenheit).
  • Mischpräparate, z. B. Magnesium und Calcium in einem: Die Diskussion darüber, dass die beiden Mineralstoffe einander in der Aufnahme behindern, ist alt, aber neueren Untersuchungen zufolge nicht unbedingt korrekt.

Aber Achtung: Ob die Einnahme von Magnesium vor dem Schlafengehen sinnvoll ist oder nicht, darüber streiten die Experten – man muss es selbst ausprobieren, ob es den Slchaf stört oder fördert, indem es z. B. hilft, nächtliche Krämpfe zu reduzieren.
Auch ein Zuviel an Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln kann unerwünschte Wirkungen haben, die von einer Stuhlerweichung bis zu verheerendem Durchfall reichen.

Anhang: Nahrungsmittel, die Magnesium enthalten
Amarant, Bananen, Basilikum, Bohnen, Brennnessel, Brokkoli, Dinkel, Erbsen, Hafer(flocken), Hirse, Inquer, Kakao, Kartoffel, Kürbiskerne, Linsen, Mandeln, Mangold, Majoran, Meeresalgen, Mineralwasser (empfehlenswert mit mehr als 100 mg pro Liter!), Mohn, Nüsse, Quinoa, Rhabarber, Salbei, Schwarzwurzeln, Sesamsamen, Sojabohnen, Sonnenblumenkerne, Spinat, Vollkornreis…