Und nach dem Essen die Fressnarkose

Dienstag, 30. Juni 2015

Und nach dem Essen die Fressnarkose

Hat man keine Energie und fühlt sich müde, hilft es oft, etwas zu essen. Das füllt die leeren Akkus wieder auf. Vorsicht ist aber geboten, sonst tappt man in eine Falle. Nicht immer bekommt man vom Essen Energie. Wird das Falsche gegessen, kommt es zu Müdigkeit. Das ist vor allem nach der Mittagspause schlecht, deshalb im Folgenden ein paar Dinge, auf die man achten kann.

Nach dem Essen ist der Körper mit Verdauen beschäftigt. Je nachdem, was gegessen wurde, ist das ein größerer oder kleinerer Aufwand. Fettige und kohlenhydrathaltige Lebensmittel stellen die Verdauung auf die Probe. Zusätzlich dazu wird zum Transport der Nährstoffe Blut benötigt, das dann im Gehirn fehlt. Damit ist die Sauerstoffzufuhr nicht optimal, weshalb es zu Müdigkeit und Unkonzentriertheit kommt.

Ein paar Tricks können Abhilfe schaffen:

  • Statt Erdäpfeln, Pommes und Bratkartoffeln sollte man Reis essen. Auch Nudeln sollten vermieden werden, außer es handelt sich um Vollkornnudeln.
  • Wird Fleisch oder Fisch gegessen,sind fettarmer Fisch und mageres Fleisch besser.
  • Gemüse und Obst können problemlos verzehrt werden.
  • Bei Getränken darauf achten, dass sie nicht zu viel Zucker enthalten. Wasser ist am besten.

Was sind aber die Gründe dafür, dass fett- und zuckerarme Speisen besser sind, um eine Fressnarkose zu verhindern? Die Antwort ist einfach: Es geht um die Vorgänge im Körper, die die verschiedenen Inhaltsstoffe auslösen. Schauen wir uns dazu ein paar Lebensmittel genauer an, die auf den ersten Blick nicht unbedingt mit Müdigkeit in Verbindung gebracht werden. Dabei erklären wir auch, was im Körper vor sich geht und warum bestimmte Speisen besser sind als andere.

Kaffee

“Was zum …! Kaffee?! Ich dachte, Koffein macht munter.” Das werden sich wohl einige denken. Und es stimmt, Koffein macht munter. ABER: Trinkt man einen starken Kaffee, ohne etwas zu essen bzw. auf nüchternem Magen, kann der gegenteilige Effekt eintreten. Nach etwa 30 Minuten zieht das Koffein die Blutgefäße im Kopf zusammen, was die Sauerstoffzufuhr bremst. Man wird müde.

Bananen

Bananen sind gesund, haben Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente und liefern schnell Energie. Deshalb werden sie auch von SporterInnen so geschätzt. Sie enthalten auch Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. Dadurch werden die körpereigenen Glückshormone aktiviert. Die Sache hat aber einen Haken: Die Serotoninneuronen im Gehirn sind bei der Steuerung des Schlaf-Wachrhythmus beteiligt. Isst man zu viele Bananen, wird man buchstäblich “schläfrig vor Glück”.

Schweinsbraten

Wieder einmal muss der arme Schweinsbraten herhalten, dabei hat er auch so schon genug schlechte Presse. In diesem Fall steht er aber stellvertretend für alle fettigen Speisen. Fett macht träge, weil der Körper viel Energie braucht, um es zu verarbeiten. Dazu kommt noch, dass auch Eiweiß die Augen zufallen lässt. Die Aminosäure Tryptophan kommt über die Nahrung ins Blut und von dort ins Gehirn, wo sie in Serotonin umgewandelt wird und damit die Müdigkeit fördert. Sehr viel Tryptophan findet sich neben Fleisch auch in Wurstwaren, Käse, Erd- und Haselnüssen, Eiern, Fisch und Hülsenfrüchten. Das sind die zwei Hauptgründe, warum auf den Schweinsbraten oft der Mittagsschlaf folgt.

Hülsenfrüchte

Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen oder Erbsen machen nicht nur wegen ihres Tryptophangehalts träge. Die in ihnen enthaltenen Ballaststoffe bremsen den Verdauungsprozess, was zu Völlegefühl und Schläfrigkeit führt.

Isolierte Kohlenhydrate

Semmeln, Weißbrot oder andere Produkte aus raffiniertem Mehl liefern schnell große Mengen an isolierten Kohlenhydraten. Mit Zucker verhält es sich gleich. Der Blutzuckerspiegel schießt in die Höhe, was die Bauchspeicheldrüse stresst. Sie produziert Insulin, das den Zucker im Blut abbaut. Weil isolierte Kohlenhydrate nur kurz Energie liefern, stürzt der Blutzuckerspiegel schnell wieder ab und mit ihm die Leistungsfähigkeit. Am besten lässt man also Mittags die Finger von weißen Mehl, zuckerhaltigen Getränken und Speisen.

Vollkorn & Süßes

Eigentlich sind Vollkornprodukte hervorragend für die Bekämpfung von Müdigkeit geeignet. Sie enthalten komplexe Kohlenhydrate, die langsam verdaut werden und somit länger Energie liefern. Isst man jedoch Vollkornprodukte mit etwas Süßem, wie Honig oder Marmelade, kommt es zu Problemen. Der Zucker verträgt sich nicht mit den Randschichten des vollen Korns. Magenschmerzen und Schläfrigkeit sind die Folgen. Am schlechtesten sind demnach gefüllte Vollkorncroissants, denn diese sind durch das Frittieren auch noch fettig.

Kakao

Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil macht glücklich. Die im Kakaopulver enthaltene Substanz Phenylethylamin fördert nämlich die Serotoninproduktion. Wie wir aber bereits wissen, macht zu viel Serotonin schläfrig.