Dienstag, 15. Januar 2013

Lächeln macht happy!

Ein herzliches Lachen lockert die Muskeln, befreit aufgestaute Emotionen, entspannt den Magen-Darm-Trakt und setzt Glückshormone frei ¬– zwei Minuten Lachen sind für Körper und Geist so gesund wie etwa 20 Minuten Joggen. Aber während Kinder laut wissenschaftlicher Untersuchung rund 400 Mal am Tag lachen, tun Erwachsene dies nur rund 15 Mal am Tag – viel zu selten, sagen die Experten.

Dabei ist schon ein einfaches Lächeln ungeheuer gesund: Gehen die Mundwinkel nach oben, drückt ein Muskel in jeder Wange auf einen Nerv. Der signalisiert dem Gehirn: „Dein Mensch lächelt!“ Sofort schüttet es Glückshormone aus und bremst die Produktion von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin. Gleichzeitig wird das Immunsystem stimuliert, das verstärkt Antikörper, T-Helferzellen und natürliche Killerzellen produziert. Und das Beste daran: Das Gehirn erkennt nicht, ob das Lächeln aufgesetzt ist oder von Herzen kommt!

Lächeln ist also eine der einfachsten und effektivsten Maßnahmen gegen Frust, Ärger und nervige Situationen: Einfach die Mundwinkel hochziehen und schon wird eine emotionale Veränderung spürbar. Selbstbewusstsein und Wohlbefinden steigen und eine leichte Fröhlichkeit zieht ins Herz ein. Niemand kann ein lächelndes Gesicht machen und sich weiterhin ärgern – das haben kalifornische Forscher 2001 auch wissenschaftlich belegt.

Lee Berk vom Center for Neuroimmunology der kalifornischen Loma Linda University bat 22 Versuchspersonen jeweils auf Kommando zu lachen, zu lächeln oder aber wie ein Wolf zu heulen. Jeweils vorher und nachher wurden die Probanden ausführlichen Befragungen und Tests unterzogen, um ihre jeweilige Gemütslage zu ermitteln. Das Ergebnis: Das Jaulen veränderte die Stimmung der Versuchsteilnehmer nicht, das gezwungene Lachen und Lächeln aber besserte die Laune deutlich und half gegen Stress: Beim Lösen von Computeraufgaben unter Zeitdruck bleibt der Puls der (mechanisch) Lächelnden deutlich unter dem der Kollegen.

Noch mehr positive Wirkung hat ein echter Lachanfall: Der deutsche Psychologe und Vorsitzende von „HumourCare Deutschland“ Dr. Michael Titze fasst diese so zusammen: „Beim Lachen atmen wir tiefer und länger ein, auch die Brustmuskeln sowie das Zwerchfell, ebenfalls ein großer Muskel, werden aktiviert. Das schafft die Voraussetzung für einen erhöhten Gasaustausch in der Lunge und steigert die Atemkapazität deutlich. Auf die Eingeweide übt die Anspannung des Zwerchfells eine Art Massage aus, was sich wiederum günstig auf die Darmaktivität auswirkt. Da das Lachen auch die unwillkürliche glatte Muskulatur anregt, weiten sich die Bronchien, so dass die Durchlüftung der Lungen verbessert wird…“
Man wacht richtiggehend auf, denn so ein Lachanfall mit Bronchiendurchlüftung ist körperliche Schwerstarbeit, bei der an die 100 Muskeln beteiligt sind.

Kein Wunder also, dass Lachseminare, Lachyoga, Lachtherapien oder auch die berühmten Klinikclowns immer mehr Zuspruch erleben: Wie die Gelotologie, die Lachforschung bewiesen hat, ist Lachen tatsächlich die beste Medizin. Es erhöht das gute Cholesterin (HDL), senkt so die Entzündungsmarker im Blut und damit das Risiko einer Gefäßverkalkung. Auch auf das Herz wirkt sich „herzliches“ Lachen aus, denn es hilft, den Blutdruck zu senken. Außerdem wirkt es dem Alterungsprozess entgegen.

Und: Wie die ungewöhnliche Geschichte von Norman Cousins, der Mitte der 60er Jahre an einer chronischen Erkrankung der Wirbelsäule erkrankte, belegt, kann Lachen sogar gegen schwere Krankheiten – weil entzündungshemmend – hilfreich sein: Dem Diplomat, Redakteur und Autor wurde gesagt, dass sein Tod unmittelbar bevorsteht. Als er fast komplett gelähmt war beschloss Cousins, das Krankenhaus zu verlassen. Er warf seine Medikamente weg und zog in ein Hotel. Er umgab sich nur noch mit Dingen, die ihn zum Lachen brachten. Er guckte sich „Dick und Doof“-Filme an, las Bücher über positives Denken und hatte Spaß an den Comic-Büchern aus seiner Kindheit. Er lebte 26 Jahre länger, als es die Ärzte prognostiziert hatten!