Montag, 02. Mai 2011

Kresse – Vitaminbomben auf der Fensterbank

Scharf und würzig war die feinblättrige Kresse schon bei den alten Griechen und Römern eine geliebte würzige Zutat für viele Speisen in der Küche. Die drei bekanntesten Kressesorten sind die Gartenkresse (Lepidium sativum L.), die Brunnenkresse (Nasturtium officinale L.) und die Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus L.). Obwohl nur zwei dieser drei Pflanzen botanisch miteinander verwandt sind, ist ihre Verwendung in der Küche weitgehend äquivalent. 

Die Garten- und die Brunnenkresse gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) und hat ihren Ursprung in West- bzw. Zentralasien, wo sie noch heute wild vorkommen. Die aus Peru stammende Kapuzinerkresse ist hingegen der Familie der Kapuzinergewächse (Tropaeolaceae) zugeordnet. Aufgrund der Ähnlichkeit der Blüten der Kapuzinerkresse mit den Kapuzen des Bettlerordens – den Kapuzinern – stammt der Name wahrscheinlich davon ab.

Die Kresse ist eine Wasserpflanze und gehört zum Blattgemüse. Es können bis zu 50 cm hohe Pflanzen wachsen. Am liebsten schlägt sie ihre Wurzeln in kalten fließenden Gewässern und ist dafür bekannt, dass sie sehr schnell keimt und bereits nach wenigen Tagen geerntet werden kann.

In der Küche verwendet werden einerseits die frischen Blätter, und andererseits die geschlossenen Knospen oder unreifen Früchte der Kapuzinerkresse als Ersatz für Kapern. Wobei die Kapuzinerkresse nicht dieselbe Beliebtheit in der Küche genießt wie die Garten- oder Brunnenkresse. Der Geruch der Kresse ist leicht würzig. Der Geschmack ist erfrischend und brennend scharf, jedoch sehr schnell abklingend.

Wie die meisten Kreuzblütengewächse (Kren, Wasabi, weißer und schwarzer Senf) sind auch in der Kresse Isothiocyanate für den Würzwert verantwortlich. Dies Isothiocyanate sind jedoch ziemlich flüchtig und gegenüber Hitze und Feuchtigkeit sehr empfindlich. Daher sollte Kresse immer frisch verwendet werden, und keiner unnötigen Hitze ausgesetzt werden. Man soll sie erst kurz vor der Verwendung schnell pflücken. Wird die Kresse zu gründlich gewaschen, wird sie leicht matschig. Lässt man sie zu lange auf dem Küchenbrett liegen, wird sie schnell zu trocken.

Der hohe Gehalt an Vitamin C und Vitamin B macht die Kresse zu einer beliebten Vitaminbomben. Außerdem enthält sie in beachtlichen Mengen Eisen, Kalzium und Folsäure. Aus diesem Grund ist die Kresse die perfekte natürliche Nahrungsergänzung und wirkt wunderbar um aufkommende Frühjahrsmüdigkeit zu bekämpfen.

Häufig verwendet man die Kresse zum Würzen von Aufstrichen auf Frischkäse- oder Topfenbasis oder zum Verfeinern von Salaten und warmen Speisen. Besonders beliebt ist jedoch ein einfaches Butter- oder Schmalzbrot bestreut mit reichlich Kresse. 

Besonders hübsch und praktisch ist eine kleine Kressekultur auf dem eigenen Küchenfensterbrett. Da die Kresse fast auf jeder feuchten Oberfläche wächst, ist es sehr einfach sie anzubauen.

Man benötigt:

Kresse-Samen,
eine flache Schale oder einen Teller,
Watte oder Küchenpapier,
Wasser, Licht und ein Minimum an Geduld

Und so wird es gemacht:

  • In die flache Schale oder auf den Teller wird Watte oder zwei Blätter Küchenpapier gelegt.
  • Diese mit kühlem Wasser gut durchfeuchten.
  • Die Kresse-Samen mit Hilfe eines Küchensiebs unter fließendem Wasser gründlich abspülen.
  • Die Samen möglichst gleichmäßig auf der Watte bzw. dem Papier verteilen.
  • Die Schale an einen hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen. Die ideale Temperatur liegt zwischen 18 und 22 Grad.
  • In den ersten Tagen sollten die Samen keinesfalls austrocknen, damit die Samen später nicht an den Blättern festkleben.
  • Schon nach einem Tag keimen die ersten Kresse-Pflänzchen.
  • Mindestens einmal täglich gießen, aber nicht fluten.
  • Nach etwa 7 Tagen ist für die Kresse Erntezeit.
  • Die obersten zwei Zentimeter der Pflanze werden abgeschnitten und verwendet.
  • Wenn man die Kresse weiterhin gießt, halten sich die Pflanzen noch 3 bis 4 Tage.
“Unsere Nahrungsmittel sollen Heilmittel,
und unsere Heilmittel Nahrungsmittel sein.”

Hippokrates