Donnerstag, 24. September 2009

Hilfe bei Harnwegsinfekten - Die Preiselbeere und Ihre unterstützende Wirkung

Kalte Füße, ein nasser Badeanzug oder kurz auf einem kalten Stein gesessen - schon hat man den Drang auf die Toilette zu gehen, es zieht und bald beginnt es auch schmerzhaft zu brennen. Frauen nach der Pubertät sind häufig von Harnwegsinfekten betroffen. Die Abwehrkräfte im Bereich der Blase und Nieren müssen nur kurzfristig geschwächt sein und Bakterien könne eindringen.

Bei einem Harnwegsinfekt hat sich das Gewebe, das die ableitenden Harnwege auskleidet, Preiselbeerenentzündet. Als ableitenden Harnwege bezeichnet man den Bereich vom Nierenbecken über die Harnblase bis hin zur Harnröhre. Spricht man von einem unteren Harnwegsinfekt unterscheidet man zwischen einer Entzündung der Harnröhre und einer Blasenentzündung. Bei einem oberen Harnwegsinfekt spricht man von einer Nierenbeckenentzündung.

Grund für einen Harnwegsinfekt können Pilze oder Viren sein, die häufigsten Auslöser sind aber Bakterien vom Stamm Escherichia coli sowie Enterokokken. Diese werden meist vom Darmausgang in die grundsätzlich keimfreien Harnwege verschleppt. In der Harnröhre und in der Harnblase können sie sich dann stark vermehren, wodurch das Gewebe entzündet wird.

Die Symptome sind ein häufiger Harndrang. Die ausgeschiedene Urinmenge ist jedoch sehr klein und das Wasserlassen verursacht Brennen und Schmerzen im Unterbauch. Oft findet sich auch Blut im Urin.

Normalerweise wird ein unkomplizierter Harnwegsinfekt oder eine Blasenentzündung mithilfe von Antibiotika behandelt. In den meisten Fällen ist schon eine einmaligen Dosis ausreichend, um die Krankheitserreger abzutöten. Antibiotiker haben aber auch Nebenwirkungen und schützen nicht vor einer Wiederkehr der Infektion. Aus diesem Grund bietet sich besonders bei chronischen Harnwegsinfektionen und zum Vorbeugen einer erneuten Erkrankung als natürliche Alternative die Preiselbeere oder auch Cranberry an.

Schon seit mehr als 300 Jahren ist die gesundheitsfördernde Wirkung der Preiselbeeren beziehungsweise ihrer amerikanischen Verwandten, der Cranberry, bekannt. Die rote Preiselbeere gehört so wie die Heidelbeere zu der Familie der Heidekrautgewächse. Man findet sie in Mooren, Kieferwäldern, Heiden und im Gebirge bis zu einer Höhe von 3.000 Metern. Sie besitzt ein helles, knackig-festes Fruchtfleisch und hat einen herb-säuerlichen Geschmack. Daher ist die Preiselbeere am besten gekocht als Saft, Marmelade oder Kompott zu genießen.

Die Preiselbeere ist ein besonders wertvolles Nahrungsmittel, da es wichtige Vitalstoffe enthält. Der Vitamin C-Gehalt ist im Vergleich zu anderen Beeren eher gering, jedoch ist der Vitamin B2-Gehalt umso höher.

Für die heilende Wirkung bei Harnwegs- und Blasenleiden sind aber andere Wirkstoffe verantwortlich. Man nimmt an, dass bei der in Europa wachsenden Preiselbeere der Stoff Arbutin die Bakterien bremst. Die amerikanische "Kulturpreiselbeere", auch Cranberry genannt, ist weit wirksamer. Es wurde bereits viel geforscht, aber es ist trotzdem nicht gelungen mit hundertprozentiger Sicherheit die wirksame Substanz zu identifizieren.

Preiselbeeren hindern Bakterien, sich an Zellen des Blasentrakts anzuheften oder Wirtszellen zu infizieren. Außerdem fördern die Beeren die Spülung der Bakterien in den Harn. Die Wirkung von Preiselbeersaft setzt nach zirka 2 Stunden ein und hält dann bis zu zehn Stunden nach dem Trinken an. Es ist daher am wirkungsvollsten, wenn ein Glas Saft am Morgen und eines am Abend getrunken wird. Wenn durch die Anwendung mit Preiselbeeren die Schmerzen bei einem Harnwegsinfekt binnen 24 Stunden nicht nachgelassen haben oder Fieber auftritt, muss in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Wer Preiselbeeren präventiv verwenden will, kann diese als Saft, Marmelade, Kompott oder auch als Kapseln einnehmen. Dadurch wird eine Wiederkehr der Infektion stark reduziert.

Zusätzlich hilft die Preiselbeere durch die erwähnte Bakterienhemmung auch bei Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen sowie bei Durchfall,Reizblasenbeschwerden, Dranginkontinenz, und chronischen Infekten.