Dienstag, 18. August 2009

Wechseljahre - Zeit für einen Neubeginn!

Die Wechseljahre sind häufig eine von vielen Frauen gefürchtete Zeit. Sie stehen für den Verlust der Jugend, der Fruchtbarkeit und der Attraktivität. Durch Worte wie „Anti-Aging“ bekommt man das Gefühl das Alter bekämpfen zu müssen. Zeitschriften gaukeln uns vor, dass nur Jungsein schön ist, und auch am Arbeitsmarkt wird das vielfältige Wissen älterer Frauen nur selten wertgeschätzt. Dabei haben Frauen in dem Alter einen Erfahrungsschatz zusammen getragen, der sie reicher, souveräner und glücklicher macht. Immer mehr Frauen sehen die Wechseljahre als eine Chance für einen persönlichen Neubeginn.

WechselDie Wechseljahre – auch Klimakterium genannt - sind ein physiologischer Umstellungsprozess im Leben einer Frau. Es sind jene Jahre, die kurz vor und kurz nach der Menopause liegen. Der Körper der Frau stellt sich meist zwischen dem 45. und dem 55. Lebensjahr hormonell um. Durch die abnehmende Funktion der Eierstöcke verringert sich die Produktion von Östrogenen, Androgenen und vom Gelbkörperhormon Progesteron.

Die letzte von den Eierstöcken gesteuerte Periodenblutung nennt man Menopause. Bevor die Regel endgültig aussetzt, ist der Zyklus schon unregelmäßig und kann manchmal auch sehr stark sein. Wenn sie länger als ein Jahr ausgesetzt hat, kann man davon ausgehen, dass die letzte geregelte Blutung stattgefunden hat. Es dauert etwa fünf Jahre bis sich die Hormone in ein neues Gleichgewicht eingependelt haben.

Durch die Veränderung des Geschlechtshormonspiegels resultieren oft Beschwerden, die Krankheitswert besitzen und die Lebensqualität der Frau stark beeinflusst. Diese können sein:

• Hitzewallungen und Schweißausbrüche
• Müdigkeit, Schlafstörungen und Schwindel
• Antriebsmangel, Stimmungsschwankungen
• Depressionen, Nervosität, erhöhte Reizbarkeit und Kopfschmerzen
• Gewichtszunahme und Fettumverteilung
• Libidomangel und Trockenheit der Vaginalschleimhäute
• Haarausfall bzw. verstärkte Behaarung im Gesicht
• Knochenschwäche

Es gibt jedoch eine Faustregel: Ein Drittel aller Frauen erleben die Wechseljahre völlig beschwerdefrei, das zweite Drittel hat mäßige Beschwerden und das letzte Drittel leidet während diesen Jahren unter erheblichen Symptomen.

Heute gibt es verschiedene Methoden um auf die Beschwerden durch die hormonelle Veränderung zu reagieren. Unterschiedliche Hormonbehandlungen lassen fast alle Nebenwirkungen der Wechseljahre verschwinden. Östrogenhaltige Zäpfchen oder Cremes lindern die Beschwerden an den Schleimhäuten der Scheide, und immer öfter wird auch auf homöopatische Arzneimittel in den Wechseljahren zurück gegriffen.

Während sich die Hormone neu ausbalancieren, ist auch die Psyche oft angeschlagen. Um dem entgegen zu wirken sind für das Wohlergehen in dieser Zeit besonders Sport und eine gesunde Ernährung zu empfehlen.

Sport regt den Stoffwechsel an. Das Stoffwechseltempo reduziert sich im Alter zwischen 45 und 55 Jahren um zirka 15 Prozent. Kalorien werden langsamer verbraucht und lagern sich in Fettdepots ab. Durch Sport arbeitet der Stoffwechsel effektiver, und der Körper geht schneller an die Fettreserven. Außerdem hält Sport die Organe und das Immunsystem fit, wirkt anregend auf die Knochen und beugt somit Osteoporose vor. Desweiteren fördert Sport die Produktion körpereigener Glückshormone und wirkt sich damit positiv auf die psycho-emotionale Lage der Frauen aus. Dabei eignet sich jede Sportart, die Kondition, Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer fördert und damit der Schlüssel für einen schönen und gesunden Körper ist.

Eine gesunde Ernährung macht von innen schön. Vitamine sind Nahrung für die Haut und eine schöne Haut stärkt die innere Harmonie und Zufriedenheit. Besonders Karotinoide helfen dem Körper sich gegen frei Radikale zu wehren. Zu empfehlen sind Tomaten, Soja, Oliven, Fisch, Avocados und Tofu. Sie alle liefern wichtige Wirkstoffe, die der Alterung der Haut entgegen wirken.

Man darf aber nicht vergessen, die Wechseljahre haben auch ihre positiven Seiten. Nach der Menopause ist es endlich nicht mehr notwendig zu verhüten. Östrogenabhängige Erkrankungen oder zyklusabhängige Beschwerden treten nicht mehr auf, und für viele Frauen wandeln sich die Lebensumstände. Die schulpflichtigen Kinder sind außer Haus, der Hausbau ist abgeschlossen. Endlich haben Frauen Zeit für sich und beginnen zum ersten Mal im Leben das zu tun was sie möchten und nicht was die anderen von Ihnen erwarten. Die Wechseljahre sind vor allem eine Zeit für einen persönlichen Neubeginn.