Mittwoch, 28. November 2012

Warum „bitter“ so gesund ist

Viele Menschen mögen „bitter“ nicht, die Bitterstoffe aus Gemüse und Obst wurden daher möglichst heraus gezüchtet. Das Resultat sind Verdauungsprobleme, weil die Schleimhäute im Darm nicht mehr trainiert werden und verlernen, sich zusammenzuziehen und auszudehnen. Damit werden aber auch Gifte, Bakterien, Schlacken sowie allfällige Pilze nicht mehr so gut abtransportiert, es kommt leichter zur Übersäuerung und der Heißhunger auf Süßes steigt überproportional an. Kräutermischungen und -extrakte schaffen erste Abhilfe.

„Gute Medizin schmeckt bitter“, sagten schon unsere Großmütter – und da ist etwas Wahres dran! – Bitterstoffe unterstützen die Bildung von Verdauungssäften bereits beim Schmecken im Mund, sie helfen der Leber bei der Entgiftung, fördern genügend Galle und damit eine gesunde Verdauung und Darmflora. Außerdem regen sie die Basenbildung an, sie kräftigen und regulieren den Appetit – machen also schlank –, lindern Erschöpfungs- und Schwächezustände und geben neuen Mut.

Dennoch können sich vor allem jüngere Menschen immer weniger mit dem Geschmack anfreunden, das riesige Angebot an Zucker, Salz und Geschmacksverstärkern der Lebensmittelindustrie hat wie eine Gehirnwäsche gewirkt. Das ist nicht ungefährlich, denn ein Übermaß an Zucker und Salz, über längere Zeit hinweg genossen, kann zu schweren Erkrankungen von Herz, Kreislauf, Verdauungsorganen, zu Gelenkbeschwerden und allgemeiner Abwehrschwäche führen sowie psychische und energetische Disharmonien bewirken.

Oft brauchen also gerade jene, die bitter als Geschmack vehement ablehnen, diese Stoffe besonders dringend. Es gilt, sich bei Bedarf an den ungewohnten Geschmack heranzutasten – am besten mittels Kräutermischungen, die die körperliche „Müllabfuhr“ optimal unterstützen und der Übersäuerung entgegen wirken. In paar Tropfen Bitterelexier in einem Glas Wasser aufgelöst sind auch für untrainierte Geschmacksnerven gut verträglich. Und so tastet man sich langsam wieder an ein „normales“ Schmecken heran – bis „bitter“ nicht mehr als unangenehm empfunden wird.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, einmal pro Monat einen „Bittertag“ in der Ernährung einzulegen – wer es ausprobiert, merkt schnell, dass es wirkt! Einzige Voraussetzung dafür: Man muss Lebensmittel finden, wo das Bitter noch nicht herausgezüchtet worden ist – also z. B. auf Bauernmärkten oder in Reformhäusern.

Eine kleine Auswahl an Pflanzen, Obst und Kräutern, die Bitterstoffe enthalten: Amarant, Artikschocke, Bier, Bitterlemon, Blumenkohl (Karfiol), Brokkoli, Campari, Chicoree, Endiviensalat, Grapefruits, Gurken, Hirse, Hopfen, Kaffee, Kardamion, Koreandersamen, Kräuterbitter, Kresse, Kurkuma, Löwenzahn, Lorbeerblätter, Majoran, Mariendistel, Pfeffer, Rosenkohl (Kohlsprossen), Rucola, Salbei, Schafgarbe, Spinat, schwarze Schokolade, Tee, Thymian, Wermut, Zitronen, Zucchini…

“Unsere Nahrungsmittel sollen Heilmittel,
und unsere Heilmittel Nahrungsmittel sein.”

Hippokrates