Telomere - das Geheimnis langen Lebens?

Montag, 27. März 2017

Telomere - das Geheimnis langen Lebens?

Telomere sind in den letzten Jahren in aller Munde. Sind Sie das Geheimnis eines langen Lebens?

Wie altert der Mensch?

Warum der Mensch so altert, wie er altert, ist immer noch nicht ganz klar. Eine wichtige Rolle bei diesem Prozess spielen aber die Telomere. Das sind die Enden der Chromosome, sozusagen ihre Schutzkappen. Man kann sie sich vorstellen wie die Plastikenden von Schuhbändern. Diese schützen die Bänder vor dem Ausfransen, die Telomere schützen das Erbgut ebenso.

Immer, wenn sich eine Zelle teilt, werden die Telomere ein Stück kürzer, bis sie eine Länge erreichen, mit der sich eine Zelle nicht mehr teilen kann. Dann vergreist die Zelle oder stirbt ab. Je kürzer die Telomere werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die DNS der Zellen schaden nimmt. Schützt man also die Telomere, so kann man die Lebenszeit von Zellen verlängern.

Wissenschaftler haben nun ein Enzym gefunden, das die Telomere von Zellen künstlich verlängert. Mit diesen Erkenntnissen sollen irgendwann einmal Alterskrankheiten, die mit kurzen Telomeren in Verbindung stehen, beseitigt werden; dazu gehören etwa Diabetes oder Herzkrankheiten.

Unsterblichkeit?

Kann dieses Enzym, dass die Telomere verlängert, nun irgendwann dafür sorgen, dass der Mensch ewig lebt? Leider nein. Die Telomere spielen zwar beim Altern eine wichtige Rolle, aber nicht die einzige. Nach heutigem Wissen kann ein Mensch unter optimalen Bedingungen rund 120 Jahre alt werden. Das ist in etwa die natürliche Grenze unseres Lebens.

Gesund alt werden

Die Telomerlänge trägt aber dazu bei, dass wir länger ein gesundes Leben führen können. Je kürzer die Telomere nämlich werden, desto anfälliger sind wir für Krankheiten wie Atherosklerose, Diabetes und andere altersbedingte Leiden. Pflegen wir unsere Telomere, können wir also unsere gesunden Lebensjahre öfter tun.

Wie man Telomere pflegt?

Es gibt zwei Faktoren, die die Länge der Telomere beeinflussen. Man kann Dinge, die sie verkürzen, verringern und solche, die sich positiv auswirken, verlängern.

Was man nicht tun sollte

Sehr schlecht für die Telomerlänge sind Rauchen, Stress und Umweltgifte. Durch jeden dieser Faktoren teilen sich unsere Zellen schneller und auch öfter. Jede Teilung verkürzt die Telomere, weshalb die Zellen umso schneller altern.

Rauchen schädigt das Erbgut. Wenn unsere Zellen das dann wieder reparieren wollen, teilen sie sich vermehrt. Die Folge ist eine viel höhere Wahrscheinlichkeit für altersbedingte Krankheiten. (Diese treten dann bis zu 20 Jahre früher auf.)

Stress beeinflusst unsere Telomere direkt. Das haben Untersuchungen ergeben. Vor allem Menschen mit chronischem Stress sind betroffen.

Was man tun kann

Positiv auf die Telomere wirken sich sowohl körperliche als auch psychologische Faktoren aus. Hier sind die wichtigsten:

  • Tägliche körperliche Bewegung hat sich als sehr effektives Mittel erwiesen, um unsere Telomere zu schützen. Dabei wirkten gemäßigtes Ausdauertraining (3x45 min./Woche) und hochintensives Intervalltraining (HIIT) am besten.
  • Gesunde Ernährung, also viel Obst und Gemüse, wenig Fertigprodukte etc. wirken sich positiv aus.
  • Geben wir unserem Geist auch im Alter noch regelmäßig neuen Input, hilft das ebenso, wie wenn wir mit anderen Leuten diskutieren, sprechen, lachen etc. Auch ein achtsamer Lebensstil und eine positive Einstellung sind gut. Vor allem Verdrängen, Pessimismus und zynische Feindseligkeit gegenüber anderen sind schlecht für die Telomere.
  • Nicht zu vergessen ist die Stressvermeidung. Mit verschiedenen Entspannungstechniken kann man die Telomerase aktivieren. Das ist ein Enzym, das Erbmaterial an den Erbgutenden lagert. Damit können sich Zellen praktisch unbegrenzt vermehren, weil es die Telomerverkürzung extrem verlangsamt, verhindert oder sogar rückgängig macht.
    Hinweis: Es gibt mittlerweile schon Tabletten mit Telomerase. Vor diesen warnen aber alle Experten. Die Einnahme dieser Tabletten kann nämlich das Krebsrisiko stark erhöhen. Diese Gefahr haben sie mit Entspannungstechniken nicht.

In diesem Sinne: Tun Sie etwas für Ihre Telomere und genießen sie mehr gesunde Jahre.