Donnerstag, 18. April 2013

Richtig atmen – pure Energie durch mehr Sauerstoff!

Atmen ist weit mehr als nur Luftholen – der Atem verbindet uns mit der ganzen Welt: Wir atmen Kohlendioxid aus, die Pflanze atmet es ein. Dann gibt der Baum oder der Grashalm wieder Sauerstoff frei – und die Katze, das Insekt, der Fisch im Wasser atmet ihn wieder ein… Alle Lebewesen auf der Erde sind über dieses Ein- und Ausatmen miteinander verbunden. Und zwar von Geburt an. Atmen ist Leben.

So ist es nicht verwunderlich, dass dem Atem auch die Kraft des Veränderns, Lösens und Heilens zu geschrieben wird. Professionelle Atemtherapien sollen ihm einen Raum öffnen, wo er seine Stütze und Hilfe als Quelle von Stärkung und Lebensfreude entfalten kann.

Wer’s nicht glaubt, schaut sich am besten das Gegenteil an: Wir erschrecken – und uns stockt der Atem. Wir haben Angst – und halten den Atmen an. Wir atmen flach, verkrampft oder angespannt und zu schnell – und fühlen uns unwohl, unkonzentriert und müde, weil das Blut mit zu wenig Sauerstoff versorgt wird. Was also spricht gegen die These, dass richtiges Atmen auch einen positiven Effekt auf Köper, Geist und Seele hat!

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass wir uns des eigenen Atmens bewusst werden. Aber dann kann’s auch schon losgehen: Wenn wir  in einer Stresssituation bewusst langsam atmen, entspannen wir uns merklich und sofort. Wenn wir tief Luft holen, geht die Angst schneller weg, Konzentration und Wohlbefinden steigen an und der Körper bekommt mehr Kraft.

Es gibt verschiedenste Methoden, wie eine Atemtherapie durchgeführt wird. Im Stehen, im Sitzen, in der Ruhe und in der Bewegung werden Bewegungs-, Empfindungs- und Entspannungsübungen durchgeführt, die nicht nur bei vorhandenen Atembeschwerden helfen (Allergiker, Asthmatiker…), indem sie die Atem- und Lungenfunktion verbessern. Sie führen auch zu mehr Selbstvertrauen, Ausgeglichenheit, einer verbesserten Körperwahrnehmung und mehr Energie.

Zu Beginn reicht es aber völlig, den eigenen Atem einmal ganz ruhig zu beobachten: Ein – wie er kommt. Aus – wie er geht. Sind die Schultern dabei angehoben? Hebt sich der Bauch beim Einatmen und wird das Zwerchfell bewegt oder wird nur in die obere Lungenhälfte hinein geatmet? So kann sich jeder selbst darin üben, die Gesetzmäßigkeiten des eigenen Atmens zu erkennen und mit Veränderungen zu beginnen: Schultern runter! Bis tief in die unteren Lungenflügel und damit in den Bauch einatmen! Ebenso tief ausatmen.

Vielen wird am Anfang aufgrund des plötzlichen Sauerstoffüberschusses leicht schwindlig – es empfiehlt sich also, erst im Sitzen oder Liegen loszulegen. Es schadet auch gar nicht, Pausen einzulegen und ein wenig zu träumen — und dann wieder weiter zu atmen.

Mit der Zeit tritt ein Gewöhnungseffekt ein – man beobachtet seinen Atem nicht nur in den speziell dafür vorgesehenen Zeiteinheiten. Man denkt immer wieder einmal kurz daran: In der Straßenbahn, am Schreibtisch, während der Sitzung, beim Einkaufen… und korrigiert seine Schultern, steuert die Luft bewusst ins Zwerchfell… Ja, und dann ist es eines Tages soweit: Wie man gelernt hat, falsch zu atmen, kann man auch das Gegenteil trainieren und sich so selbst mit mehr Sauerstoff und damit mehr Energie und Gesundheit versorgen. Es ist ganz leicht, man muss nur damit anfangen…!