Donnerstag, 30. Juli 2009

Gereizter Darm? - Wenn uns Bauchbeschwerden quälen!

Der Magen-Darm-Trakt ist umhüllt von einem Netzwerk bestehend aus Millionen von Nervenzellen, die in ihrer Struktur und Funktion den Gehirnzellen sehr ähnlich sind. 90 Prozent der Nervenverbindungen laufen zum Gehirn. Aus diesem Grund spricht man auch vom „Bauchhirn“.

Der Bauch regelt nahezu unabhängig vom Gehirn die komplizierten BauchschmerzenVerdauungsvorgänge. Er sagt dem Gehirn, welche Hormone gerade benötigt werden oder wie es insgesamt um den Körper steht. Außerdem werden 95 Prozent des Serotonins, das an der Steuerung der Verdauungsvorgänge beteiligt ist, im Bauch gebildet.

Der Magen und Darm kann aber auch unsere Stimmung verändern, jedoch können auch Impulse aus dem Kopf unseren Bauch beeinflussen. Jeder kennt das Gefühl, wenn man verliebt ist und „Schmetterlinge im Bauch“ spürt. Aber auch Ärger und Stress schlägt sich auf den Magen. Fast jeder hatte schon einmal Bauchschmerzen und –krämpfe, Blähungen, Verstopfung, Durchfall oder Völlegefühl.

Auslöser für Bauchbeschwerden können harmloser Natur sein - eine ungesunde Ernährung, Stress, seelische Belastungen oder Hektik im Alltag. Es kann aber auch mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, einer Infektion, der Menstruation oder mit einer Entzündung der Blase zusammenhängen.

Wer jedoch über mehr als 3 Monate immer wieder Bauchbeschwerden hat und bei einer Durchuntersuchung keine organische Ursache festzustellen ist, der leidet womöglich unter einem gereizten Darm. Das ist eine Funktionsstörung im Magen-Darm-Trakt, die sehr unangenehm und manchmal auch schmerzhaft ist, aber keine gefährlich Erkrankung darstellt.

Die Ursache für einen gereizten Darm ist nicht genau geklärt. Auslöser können das Ernährungsverhalten, psychischer Stress, Depressionen und nicht aufgearbeitete traumatische Erlebnisse sein. Der Beginn dieses Problems kann auf eine Infektion im Magen-Darm-Trakt zurück zu führen sein. Man vermutet, dass es zu einer fehlerhaften Signalübermittlung zwischen den Nerven und den Darmmuskeln kommt. Außerdem ist der Serotoninspiegel bei Darmproblemen nicht ausgeglichen. Das führt zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit. Da Serotonin durch Östrogene beeinflusst wird, leiden auch doppelt soviele Frauen wie Männer unter gereiztem Darm.

Ein gereizter Darm entsteht selten überraschend und plötzlich und die Beschwerden sind, nicht immer durchgehend, über 12 Wochen im Jahr vorhanden. Dabei unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Typen – der durchfallbetonten, der verstopfungsbetonten und der schmerzbetonten Form.

Um die Beschwerden eines gereizten Darms zu lindern, muss man lernen, für sich die bestmögliche Umgangsform mit seinem Darm zu finden.

  • Schreiben Sie ein Tagebuch um einen Zusammenhang zwischen auftretenden Magenbeschwerden und speziellen Nahrungsmitteln oder Stresssituationen herauszufinden.
  • Streichen Sie Nahrungsmittel, die Ihnen nicht gut tun vom Speiseplan.
  • Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Essen. Kauen Sie die einzelnen Bissen gut, und lassen Sie sich nicht von anderen Dingen ablenken.
  • Lösen Sie Konflikte und bauen Sie Stress ab.
  • Machen Sie regelmäßig gesunde Bewegung oder Entspannungsübungen.
  • Um Bauchkrämpfen zu lindern, kann Ihnen vielleicht eine Wärmeflasche helfen.
  • Ein Tee aus Kamille beruhigt den Magen und Thymian, Lavendel und Pfefferminze wirken ausgleichend.
     

“Unsere Nahrungsmittel sollen Heilmittel,
und unsere Heilmittel Nahrungsmittel sein.”

Hippokrates