Fitnessmythen genau betrachtet

Dienstag, 01. September 2015

Fitnessmythen genau betrachtet

Das Internet ist eine tolle Sache. Es gibt keine Information, die man dort nicht findet. Da aber jeder Mensch praktisch alles im Internet verbreiten kann, findet man leider auch sehr viel Blödsinn. Im Bereich Fitness und Ernährung gibt es unzählige Meinungen. Viele davon sind so verbreitet, dass sie nicht mehr kritisch hinterfragt werden und deshalb immer wieder auftauchen. Doch nur, weil viele Leute etwas glauben und es im Internet steht, muss es nicht stimmen.

Waschbrettbauch durch Sit-Ups

Leider funktioniert das nicht so einfach. Macht man Sit-Ups, trainiert man seine Bauchmuskeln. So weit, so gut. Das ist aber nur die halbe Miete. Was bringt schließlich ein stahlharter Bauch, wenn man die Muskeln nicht sieht?

Das meiste Fett wird am Bauch und auf der Hüfte gespeichert. Das bedeutet, dass der Körperfettanteil unter 14 Prozent liegen muss, damit sich der Waschbrettbauch aus seinem Versteck wagt. Um das Körperfett auf diesen Wert zu bringen, sind die richtige Ernährung sowie ein ausgeglichenes Ausdauer- und Krafttraining nötig. Durch Sit-Ups alleine erhält man also keinen Waschbrettbauch in dem Sinne, wie die meisten ihn sich wünschen.

Wer abnehmen will, muss Sport machen

Bitte nicht falsch verstehen! Bewegung und Sport sind wichtig und verdammt gesund! Will man aber abnehmen, sollte Sport eher als perfekte Ergänzung gesehen werden. Sport alleine ist keine Garantie für den Verlust überschüssiger Kilos. Die richtige Ernährung spielt eine größere Rolle. Geht es ums Abnehmen, wird Sport also “überbewertet”. Ist ja auch ganz logisch: Isst man täglich 1000 kcal zu viel und verbrennt durch Sport 500 kcal, hat man noch immer 500 kcal zu viel gegessen. Wie soll man da abnehmen?

Mythen rund ums Schwitzen

Warum auch immer, aber besonders viele Mythen ranken sich ums Thema Schwitzen. Da gibt es die Meinung, dass untrainierte Menschen mehr schwitzen. Außerdem hört man immer wieder, dass das Training effektiver ist, je mehr man dabei schwitzt.

Keine dieser beiden Behauptungen stimmt. Man schwitzt, weil so die Körpertemperatur reguliert wird. Sonst würde der Organismus überhitzen und der Kreislauf zusammenbrechen. Wie viel man schwitzt hängt von der Umgebungstemperatur und der persönlichen Veranlagung ab. (Die verlorene Flüssigkeit muss unbedingt durch Trinken ersetzt werden.)

Beim Abnehmen hilft starkes Schwitzen übrigens auch nicht. Fett wird nur verbrannt, wenn dem Körper die für den Sport benötigten Kalorien fehlen (weil man etwa weniger gegessen hat) und er auf die eigenen Fettdepots zurückgreifen muss.

Lauftraining schadet den Gelenken

Bei diesem Punkt ist der Fokus falsch. Nicht das Lauftraining per se schadet den Gelenken. Das größte Problem ist zu hohes Gewicht. Jedes Kilo ist schlecht und belastet die Gelenke zusätzlich. Durch regelmäßiges Lauftraining verliert man Gewicht, was die Gelenke schont. So gesehen ist Laufen sogar gut. Durch den Aufbau von Muskeln werden zudem die Sehnen und Bänder unterstützt. Die vermehrte Bewegung schmiert die Gelenke, dadurch werden die Knorpel besser mit Nährstoffen versorgt.

Viel trainieren bringt viel

Sollen Muskeln aufgebaut werden, müssen Reize etwa in Form von Hanteltraining gesetzt werden. Muskeln wachsen aber nicht während des Trainings. Das ist ein verbreiteter Irrtum. Sie wachsen während der Erholungsphasen. Trainiert man nun jeden Tag die gleichen Muskeln, haben sie keine Zeit zum Wachsen und es kann sogar zu einer Überanstrengung kommen. Zum richtigen Training gehören also auch die Pausen.

“Unsere Nahrungsmittel sollen Heilmittel,
und unsere Heilmittel Nahrungsmittel sein.”

Hippokrates