Donnerstag, 04. Februar 2010

Fit im Kopf – Gedächtnis, Denkvermögen und Konzentration stärken

Das menschliche Gehirn ist die Schaltzentrale unseres Körpers. Mit rund 100 Milliarden Nervenzellen reguliert und überwacht das Gehirn alle körpereigenen Funktionen wie die Atmung und den Blutdruck. Außerdem steuert es die Bewegung unserer Muskeln und verleiht uns die Fähigkeit zum Denken. Wir verarbeiten mit dem Gehirn unsere Gefühle, können aus Erfahrungen lernen und bestimmte Dinge abspeichern, damit wir uns später wieder erinnern können. Denken

Doch wie kann dies alles in diesem 1.300 Gramm schweren Eiweißgebilde namens Gehirn umgesetzt werden?

Das einzigartige Zusammenspiel aus Hirnstamm und Kleinhirn, Limbischen System und Großhirn ermöglicht es, alle wichtigen Funktionen des Körpers zu steuern, Gedanken zu fassen und zu speichern.

Im Großhirn, dem größten Teil unseres Gehirns, sitzen der Verstand, die Gefühle und das bewusste Handeln. Einzelne Bereiche des Großhirns haben spezielle Aufgaben wie das Sprechen, Hören oder Schmecken. Das Kleinhirn hält das Gleichgewicht aufrecht und koordiniert zusammen mit den Basalganglien unsere Bewegungen. Der Hirnstamm, die Verbindung zwischen Gehirn und Rückenmark, steuert unbewusste Vorgänge wie Herz, Schlaf, Atmung und Hunger. Das Limbische System ist entscheidend an den Gedächtnisprozessen, Informationsverarbeitung und Emotionen beteiligt.

Jeder Sinneseindruck aktiviert zahlreiche Nervenzellen – die Neuronen – in unserem Kopf, die miteinander verschaltet sind. Die geistige Leistung ist nicht abhängig von der Anzahl der Neuronen, sondern sie entsteht aus der Verbindung zwischen ihnen – den Synapsen. Jede Nervenzelle kann zehn- bis zwanzigtausend Verbindungen zu anderen Neuronen herstellen. Ständig werden Netzwerke aufgebaut und nicht mehr benötigte Verbindungen wieder gelöst. Aufgrund dieser Flexibilität kann unser Geist Neues lernen, auf Altes zurückgreifen oder es vergessen. Mentale Stimulation und geistiges Training hilft die Gehirnleistung zu halten oder sogar zu steigern.

Das Gehirn speichert Massen von Inhalten. Es ist eine Datenverarbeitungsanlage, die wichtige Informationen herausfiltert und mit vorhandenem Wissen verknüpft. Dies geschieht indem mehrere Gedächtnissysteme zusammenarbeiten.

Das sensorische Gedächtnis ist ein Ultrakurzzeitspeicher. Hier werden Sinnesreize wie Töne, Gerüche oder Bilder wahrgenommen und verarbeitet. Es erfasst äußerliche Merkmale, die nach maximal 5 Sekunden durch neue Eindrücke überschrieben werden.

Das Arbeitsgedächtnis ist ein Kurzzeitspeicher, der alle Informationen bereithält, solange wir damit arbeiten. Sobald sich der Geist auf eine Information nicht mehr konzentriert, wird sie in weniger als einer Minute wieder gelöscht.

Im Langzeitgedächtnis werden Daten langfristig gespeichert und können zum Teil ein Leben lang abgerufen werden. Dies gelingt umso besser, je stärker man sich Informationen einprägt und wie eng diese mit Vorwissen verknüpft sind.

Unser Gehirn benötigt regelmäßig neue Anforderungen, um fit zu bleiben. Das Gedächtnis muss trainiert werden. Geistige Aktivitäten sind mindestens ebenso wichtig wie körperliche Aktivitäten. Denn geistige Beweglichkeit und Selbstbestimmtheit gehört genauso wie körperliche Mobilität zu einer hohen Lebensqualität.

Routine ist Gift für unsere geistige Kapazität. Auf die Konzentration, Merkfähigkeit, Wortfindung und das Erinnerungsvermögen kann man sich nur verlassen, wenn diese regelmäßig trainiert werden.
Geistige Fitness ist jedoch ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren

  • Geistige Aktivitäten – Gedächtnistraining, Lesen, Sprache, Theater, Reisen usw.
  • Körperliche Aktivitäten – Laufen, Ausdauersport, Stiegen steigen, Wandern
  • Ausgewogene Ernährung - Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, 2 Liter Flüssigkeit pro Tag usw.
  • Soziale Kontakte – Freunde treffen, diskutieren, feiern etc..

Besonders wichtig für das Gedächtnis und die Verarbeitung von Informationen sind Eisen, Ginkgo, essentielle Aminosäuren und Folsäure. Einem Konzentrationsmangel wird durch die Vitamine B1, B2 und E vorgebeugt.

Für das Training unterschiedlicher Gehirnfunktionen gibt es spezielle Übungen, die helfen die unterschiedlichen Bereiche der Intelligenz zu trainieren.

Übungen, welche die Fähigkeit zur Informationsaufnahme und Informationsspeicherung im Kurzzeitgedächtnis schulen, sind die Basis des Gedächtnistrainings.

Durch Gedächtnisübungen lernt man, Informationen zu speichern und sich wieder zu erinnern. Es wird die Informationsspeicherung und das Erinnerungsvermögen trainiert.

Aufgaben zur Logik schulen das analytische und logische Denkvermögen. Zudem wird das Kurzzeitgedächtnis trainiert.

Durch die Schulung der Kreativität verabschiedet man sich von eingefahrenen Denkmustern und man kann sich Problemen von unterschiedlichen Blickwinkeln nähern.

Je früher wir geistiges Training in unseren Alltag integrieren, umso größer ist die Chance, dass wir auch im hohen Alter fit bleiben.