Der Darm - wichtiger als gedacht

Mittwoch, 23. März 2016

Der Darm - wichtiger als gedacht

Das Sprichwort “Gesundheit beginnt im Darm” trifft den Nagel auf den Kopf. Das Fundament des Immunsystems liegt dort, weshalb es umso wichtiger ist, den Darm gesund zu halten. Dafür kann jeder Mensch etwas tun.

Der Darm ist ein stark unterschätztes Organ. Jahrzehntelang von der medizinischen Forschung nur stiefmütterlich behandelt, zeigt sich erst in letzter Zeit so richtig, was der Darm alles drauf hat und wie wichtig eine gesunde Darmflora für das Immunsystem ist. Dabei erkannte man schon in der Antike, dass eine schlechte Verdauung viele Krankheiten auslösen kann. Das ist nur logisch: Kann der Darm die Nährstoffe nur unzureichend aufnehmen, fehlen dem Organismus lebenswichtige Vitalstoffe.

Daten & Fakten

Sieht man sich ein paar Zahlen den Darm betreffend an, kann man nur staunen über dieses komplexe und empfindsame Organ. Die Durchschnittslänge des Darms beträgt acht Meter und er wird von rund 100 Millionen Nervenzellen gesteuert. Im Englischen existiert deshalb auch die Bezeichnung “second brain” also zweites Gehirn. Da bekommt die Formulierung “eine Entscheidung aus dem Bauch heraus treffen” gleich eine ganz andere Gewichtung.

Ein Heim für Bakterien

Im Darm leben 100 Billionen, also 100.000 Milliarden Bakterien, von denen 99 Prozent nur vier verschiedenen Stämmen angehören. Diese Bakterien bilden ein eigenes Ökosystem, eine ganz eigene Welt innerhalb jedes Menschen, und übernehmen viele Aufgaben.

Sie

  • verhindern die Ausbreitung von Krankheitserregern im Darm und schützen so vor Infektionen.

  • regulieren das Immunsystem.

  • sind verantwortlich für die Vitamin-K-Produktion.

  • schützen vor giftigen Substanzen und Toxinen.

  • regen die Darmbewegung an.

Eine Frage der Gesundheit

Die enorme Bedeutung des Verdauungstrakts für die Gesundheit zeigt sich durch folgende Tatsache: 80 Prozent aller Immunzellen des Körpers sitzen im Darm. Kommt es zu Funktionsstörungen, hat das weitreichende Folgen. Auftreten können zum Beispiel

  • Stimmungsschwankungen

  • Hautkrankheiten

  • Allergien

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Durch falsche Ernährung kann der Darm vom Kraftspender auch zum Energievampir werden. Man fühlt sich träge und lustlos.

Panik ist jedoch unangebracht. Die Darmflora ist relativ stabil. Einzelne Faktoren können sie jedoch aus dem Gleichgewicht bringen. Dazu gehören bspw. Medikamente (Antibiotika wirken im Darm wie eine Atombombe.), falsche Ernährungsgewohnheiten und Lebensstilfaktoren (Stress, psychische Belastungen und Umwelteinflüsse).

Was man selbst tun kann

Jeder Mensch hat seine Darmgesundheit selbst in der Hand, denn mit den richtigen Gewohnheiten kann man viel Gutes tun. Am wichtigsten ist es, die Darmflora zu unterstützen bzw. nach Strapazen wieder aufzubauen. Viele Lebensmittel sind dafür geeignet, wobei vor allem probiotische speziell auf die Darmflora abzielen. Zudem trägt eine fett- und zuckerarme sowie ballaststoffreiche Ernährung maßgeblich zum Erhalt einer gesunden bzw. zur Wiederherstellung einer gestörten Darmflora bei. So bleibt der Darm bis ins hohe Alter gesund.

“Unsere Nahrungsmittel sollen Heilmittel,
und unsere Heilmittel Nahrungsmittel sein.”

Hippokrates