Dauerstress: überlastet, bis der Körper streikt

Montag, 12. Oktober 2015

Dauerstress: überlastet, bis der Körper streikt

Heutzutage haben alle irgendwie immer Stress. In einer Welt, die sich immer schneller dreht, wird Stress so zum Dauerzustand. Das hat gravierende gesundheitliche Folgen.

Stress ist etwas sehr Persönliches. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich darauf. Stresssymptome lassen sich dabei in vier Kategorien einteilen: körperliche (Zittern, Verspannungen), geistige (Unkonzentriertheit, verlängerte Reaktionszeiten) und psychische (Panik, Niedergeschlagenheit) Symptome sowie Verhaltensänderungen (gesteigerter Konsum von Alkohol/Koffein, Änderungen beim Essverhalten). Diese Symptome können in den unterschiedlichsten Varianten und Kombinationen auftreten.

Stress an sich ist dabei grundsätzlich nicht negativ. Er fordert uns, schärft die Sinne und die Folge daraus sind oft sehr gute Leistungen. Wird Stress jedoch zum Dauerzustand, macht er krank.

Was geschieht dabei im Körper?

Stress entsteht, wenn dem Gehirn über die Sinne eine Art von Gefahr signalisiert wird. Dann werden verschiedene Stoffe im Körper ausgeschüttet, darunter auch die Hormone Adrenalin und Kortisol.

Das hat vielfältige Auswirkungen: Blutdruck und Blutzuckerspiegel steigen ebenso wie Atem- und Herzfrequenz. Zudem erweitern sich die Pupillen. Kurz gesagt, wird Energie freigesetzt und der Körper läuft auf Hochtouren. Biologisch gesehen ist das sinnvoll, denn früher hieß es in Gefahrensituationen meist Kampf oder Flucht.

In der heutigen Zeit gibt es diese Gefahren nicht mehr. Dafür hat sich der Mensch andere Stressoren geschaffen. Dazu zählen z.B.:

  • einschneidende Ereignisse wie der Tod eines geliebten Menschen oder das Opfer eines Verbrechens zu werden

  • alltägliche Ärgernisse, die sich summieren und sehr belasten

  • private Probleme wie finanzielle Nöte

  • Stressoren im Berufsleben - Mobbing, Leistungsdruck, Unter- oder Überforderung

  • verschiedene Ängste - Versagensangst, Existenzangst

  • Umwelteinflüsse wie Lärm

  • körperliche Probleme

Diese Stressoren lösen die gleichen körperlichen Reaktionen aus wie früher bei unseren Vorfahren das Aufeinandertreffen mit einem Raubtier. Im Gegensatz zu damals kommt es aber weder zu einem Kampf noch zu einer Flucht, die körperliche Bewegung fehlt also, weshalb die ausgeschütteten Stoffe und damit der Stress nicht abgebaut werden. Schädlicher Dauerstress stellt sich ein. Dieser erhöht das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Risiko, an Diabetes zu erkranken oder Übergewicht zu bekommen, steigt. Zusätzlich wird das Immunsystem geschwächt, wodurch die Krankheitsanfälligkeit steigt.

Stress kann aber auch positiv wahrgenommen werden. Das hängt von der Dauer, der Intensität und dem Glauben ab, ob die stressige Situation bewältigbar ist. Eine erste Bewertung, ob ein Ereignis positiven oder negativen Stress auslöst, erfolgt unbewusst. Trotzdem kann die Stressresistenz mit bestimmten Maßnahmen gezielt erhöht werden.

Welche Möglichkeiten es dafür gibt, erfahren Sie nächste Woche.