Montag, 28. Oktober 2013

Verdauungsprobleme nach Antibiotika? – Probiotika können helfen!

Der Darm hat eine Oberfläche von der Größe eines Tennisplatzes und wird von hunderten Bakterienarten bewohnt. Betrachtet man diese Dimensionen, erscheint es recht logisch, dass unser Darm und dessen Bewohner eine wichtige Rolle für unsere physische wie psychische Gesundheit spielen!

Bei der Erfüllung seiner Aufgaben muss der Darm äußerst widersprüchlichen Herausforderungen gerecht werden: Er muss für Nährstoffe durchlässig sein, gleichzeitig aber eine Barriere gegen Giftstoffe und Krankheitserreger bilden. Dabei wird der Darm von der Darmflora unterstützt, die bei jedem Menschen unterschiedlich ist und von hunderten verschiedenen Darmbakterien bewohnt wird.

Diese in uns lebenden Darmbakterien steuern nicht nur unser Immunsystem, sondern auch unsere Emotionen und unsere Leistungsfähigkeit. Ist der Darm geschwächt, nehmen schädliche Mikroorganismen überhand und verdrängen die nützlichen Darmbakterien – das Milieu im Darm gerät aus dem Gleichgewicht. Probiotika (griechisch: pro bios, für das Leben) können hier Abhilfe schaffen, da sie das Immunsystem stärken und damit zu mehr Gesundheit führen. Sie beeinflussen die Darmflora positiv, indem sie sich an die Darmwand anheften und dadurch krankmachende Keime verdrängen und am Weiterwandern aus dem Darm in den Körper hindern. 

Ein Probiotikum besteht aus lebenden Mikroorganismen. Man kann sie als Kapsel bzw. als Flüssigkeit zu sich nehmen oder einfach rohes Sauerkraut und (wenn möglich nicht wärmebehandeltes) Joghurt essen. Hat die Darmflora allerdings – z. B. nach der Einnahme von starken (Breitband-)Antibiotika – argen Schaden genommen, reichen Joghurts meist nicht aus, den Darm wieder zu regenerieren und andauernden Durchfall oder – in seltenen Fällen auch Verstopfung – zu reparieren.

Antibiotika töten nämlich nicht nur die schädlichen, krankheitserregenden Bakterien im Körper ab, sondern auch jene, die unsere Darmflora bilden. Damit fehlen die für die Verdauung nötigen Mikroorganismen und „böse“ Keime können sich ungehindert vermehren. Es kommt vor, dass sich der Darm nach Antibiotikagaben aus eigener Kraft monatelang nicht mehr erholt. Die Folgen sind unabsehbar: Blähungen, Verdauungsprobleme, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Infekte aufgrund des gestörten Immunsystems, Allergien, Hauterkrankungen, Rheuma… bis hin zur Bildung krebsfördernder Stoffe ist alles möglich.

Nimmt man dagegen Probiotika ein, ist die Chance auf Besserung groß. Die eingesetzten Mikroorganismen bleiben allerdings nicht dauerhaft im Darm. Die Wirkung hält also nur solange an, wie das Probiotikum verabreicht wird – oft ist der Darm in der Zwischenzeit allerdings bereits wieder in den gesunden Normalzustand zurückgekehrt.