Gelenkschonender Sport – gewusst wie

Montag, 23. März 2020

Gelenkschonender Sport – gewusst wie

Unsere Gelenke sind essentiell für unsere Beweglichkeit. Haben wir Gelenkprobleme, ist die Bewegungsfähigkeit sehr schnell sehr eingeschränkt. Ganz schlecht sind Stoßbelastungen, also plötzlich auftretende, harte, heftige Belastungen. Trotzdem ist auch bei Gelenkschmerzen sportliche Aktivität möglich, wenn man es vorsichtig angeht, ein paar Abwandlungen vornimmt und das konsequent macht.

Richtige Belastung

Der menschliche Körper hat rund 140 Gelenke, die bekanntesten sind Ellenbogen, Fußgelenk, Handgelenk, Hüfte, Knie, Schultern oder die Wirbelsäule. Bei den meisten Menschen funktionieren die Gelenke problemlos, bis sie Schaden nehmen. Die bekanntesten Gelenkerkrankungen dabei sind Rheuma und Arthrose, aber auch eine Überlastung durch zu viel oder falsch ausgeführten Sport kann unseren Gelenken schaden. Die gute Nachricht: Sport ist dennoch möglich und sollte sogar ausgeführt werden. Dabei sollten jedoch einige Dinge beachtet werden.

Knorpel: Schmiere für die Gelenke

Die Gelenkknorpel sind es, die uns Bewegung erst ermöglichen. Sie sind wie ein mit Wasser gefüllter Schwamm. Wird das Gelenk belastet, drückt es auf den Knorpel und daraus tritt Flüssigkeit in den Gelenkspalt. Auf diese Weise wird das Gelenk geschmiert. Je länger sich der Knorpel aber in einer Position befindet, desto mehr wird er ausgedrückt, wodurch er beschädigt wird.

Was schlecht für den Knorpel ist

Wirklich strapaziert werden und langfristig kaputt gehen unsere Knorpel, wenn sie regelmäßig harten, unvermittelten Stoßbelastungen ausgesetzt sind, aber auch Sportarten, bei denen das Gelenk zu lange in einer Position bleibt, sind suboptimal.

Die Gelenke selbst lassen sich leider nicht gut trainieren. Was aber durchaus hilfreich ist, ist die Stärkung der umgebenden Muskeln, denn das wirkt sich positiv auf das Gelenk aus, wird es durch eine starke Muskelstruktur doch entlastet.

Gelenkschonende Sportarten

Hat man schon eine Gelenkschädigung, sollte man sich zudem Sportarten suchen, bei denen es nur wenige belastende Bewegungen gibt. Das beste Beispiel dafür ist Schwimmen. Es kommt zu keinen harten Stoßbelastungen und im Wasser wird unser Körpergewicht verringert, was die Gelenke weiter entlastet. Eine Alternative dazu ist Aquagymnastik. Sie ist vor allem für Personen mit starkem Übergewicht gut, weil sie durch den Widerstand des Wassers anstrengend ist, ohne die Gelenke zu sehr zu belasten.

Es muss aber nicht immer eine Wassersportart sein. Auch an Land gibt es viele Möglichkeiten, gelenkschonend zu trainieren. Dazu zählen etwa

  • Radfahren
  • Gymnastik
  • Übungen mit einem Theraband

Optimal ist es, wenn man sich das Problemgelenk ärztlich anschauen lässt. So kann man dann eine Sportart wählen, bei der dieses Gelenk nicht belastet wird. Es ist z. B. keine gute Idee, bei Schulterschmerzen Tennis zu spielen. Hier wäre bspw. Joggen besser, was bei Knieschmerzen aber wiederum schlecht ist.

Mit ärztlicher Unterstützung kann man auch herausfinden, ob wirklich Gelenkschäden für die Schmerzen verantwortlich sind. Schmerzen können nämlich auch von falscher Technik oder einem instabilen Gelenk herrühren.

Sportarten modifizieren

Gibt es nur eine Sportart, die Leidenschaft in Ihnen weckt, und möchten Sie auf keinen Fall, trotz Gelenkschmerzen, darauf verzichten, besteht immer auch die Möglichkeit, die Sportart zu modifizieren. Statt Joggen zu gehen, kann man bei Knieproblemen auch auf Walken umsteigen – oder man ändert den Untergrund. Im Gegensatz zu einer asphaltierten Straße bietet ein Feldweg oder eine Wiese Federung, ohne zu viele Hindernisse bereit zu halten (wie es etwa bei Waldboden der Fall ist).

Auf den Körper hören

Langfristig am wichtigsten ist noch immer, dass wir auf unseren Körper hören. Schmerzen sind immer ein Anzeichen dafür, dass etwas nicht gut ist. Vielleicht ist die Belastung für unseren aktuellen Trainingszustand zu viel oder wir haben uns verletzt. Wichtig ist, dass man schmerzende Gelenke ernst nimmt und aufhört bzw. etwas anders macht, statt sie zu ignorieren. Die Dosis macht das Gift und es gibt schließlich immer eine Alternativübung, bei der die Schmerzen vielleicht nicht auftreten.