Vom Streben nach Glück

Montag, 19. Dezember 2016

Vom Streben nach Glück

Weihnachten steht vor der Tür. Eine Zeit, in der viele über das eigene Leben reflektieren. „Warum bin ich nicht glücklicher?“ und „Wie finde ich mein Glück?“ sind nur zwei Fragen, die dabei oft gestellt werden?

Das Wesen des Glücks

Was ist Glück? Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Glück sieht für jeden Menschen anders aus. Viele pflegen heute auch ein Bild vom Glück, das ihnen die Werbung einprogrammiert hat. Das kann zu Problemen führen.

Falsche Glücksbilder

Es gibt viele falsche Annahmen, was Glück eigentlich ist. Hier sind zwei:

  1. Das neue Auto bringt Glück oder die neuesten technischen Spielereien, das neue Haus ... Wenn dem so ist, warum sind dann so viele Menschen unglücklich?
    Die alten Philosophen wussten es und mittlerweile wurde es auch von Untersuchungen bestätigt: Die Dinge, die man besitzt, können glücklich machen. Irgendwann nimmt unser Gehirn sie aber als selbstverständlich wahr - das Glück verschwindet. Deshalb sind Lottogewinner nach ihrem Gewinn auch innerhalb eines Jahres wieder auf dem Glücksniveau angelangt, dass sie zuvor hatten. Sie haben sich an den Lottogewinn und die Dinge, die damit gekauft wurden, gewöhnt.
  2. Glücklich bin ich, wenn die Dinge so laufen, wie ich mir das wünsche. Das ist ein wunderbares Gefühl. Es gibt nur ein Problem. Objektiv betrachtet haben wir die Dinge nur sehr selten in der Hand. Wir machen unser Glück also abhängig von Dingen, die wir nicht kontrollieren können.

Dem eigenen Glück auf der Spur

Wir finden unser Glück, indem wir danach Ausschau halten. Dazu brauchen wir nur aufmerksamer durch unser Leben gehen und den Autopiloten abschalten.

  • Jeden Tag gibt es eine Vielzahl an kleinen Glücksmomenten, wir übersehen sie aber. Glück muss bewusst wahrgenommen werden. Schauen wir also wieder öfter auf diese kleinen, schönen Momente. Vielleicht esse ich gerade meine Leibspeise und sie schmeckt köstlich? Oder ich genieße einfach einen schönen Sonnenuntergang einen Augenblick lang ganz bewusst.
  • Es kommt beim Glück auch immer auf die Verhältnismäßigkeit an. Vielleicht sehe ich einen Milliardär, der auf einem unglaublich teuren Luxusanwesen wohnt. Dann sieht meine kleine Wohnung natürlich gar nicht mehr gut aus und ich bin unzufrieden. Wenn ich aber an einen Obdachlosen denke, der unter einer Brücke schläft, sieht meine kleine, feine Wohnung mit fließendem Wasser und Heizung ganz anders aus. Dann bin ich dankbar, dass ich sie habe.
  • Es hat keinen Sinn, sich auf die vielen Dinge zu konzentrieren, die ich nicht kontrollieren kann. Ich kann mich darüber aufregen oder mich darüber sorgen, ändern kann ich es nicht. Es bringt also nichts, außer Unglück.

Herausfinden, was mich glücklich macht

Oft streben wir nach Dingen, die nach allgemeiner Meinung glücklich machen. Es kann aber sein, dass das für mich genau die falschen Sachen sind. Setzten wir uns also hin und überlegen wir uns, was uns selbst am meisten Glück bereitet. Weihnachten ist eine perfekte Zeit, um in sich zu gehen, zu reflektieren und ein paar Zwänge abzulegen.

Was ist schließlich wichtiger? Das ich selbst glücklich bin oder das andere meinen, ich wäre es? Die äußeren Zwänge knechten uns am meisten.

Das Streben nach Glück - eine Falle?

Heute wollen alle immer glücklich sein. Sie versuchen, ihr Glück aktiv zu verwirklichen. Dieses Streben kann aber nach hinten losgehen, denn es lässt die Momente des Unglücks viel schlimmer erscheinen. Das Bild des völligen Glücks vor Augen, erscheint unser gegenwärtiges Unglück viel schlimmer.

In der heutigen Gesellschaft wird man beinah dazu gezwungen, glücklich zu sein. Aber nur, wer nicht glücklich sein muss, ist frei, es zu sein.

Der Glaube daran, dass Glück erschaffen werden kann, schafft am Ende Unglück. Denn Glück findet man nicht draußen in der weiten Welt, sondern im Inneren.

Kein muss!

Ich muss nicht glücklich sein. Diese Einstellung macht mich frei. Ich versuche einfach, meinem Leben einen Sinn zu geben, dann nimmt mein Unglück automatisch ab. Am einfachsten schaffe ich das, indem ich wachse oder etwas zurückgebe. Das bringt langfristig am meisten Zufriedenheit. Also, versuchen wir zu wachsen und bessere Menschen zu werden und geben wir etwas zurück, indem wir anderen Menschen, Tieren oder der Umwelt Gutes tun.

Sie werden sehen, es lohnt sich, und Weihnachten ist ein wunderbarer Zeitpunkt, um damit zu beginnen.

“Unsere Nahrungsmittel sollen Heilmittel,
und unsere Heilmittel Nahrungsmittel sein.”

Hippokrates